glutenfreie Ernährung – manchmal nicht so ganz einfach: Unsere Hürden

Ich berichtete euch bereits darüber, dass unsere Familie an Zöliakie erkrankt ist (Zöliakie – Beginn unseres Weges oder auch Auch unsere Teenietochter ist erkrankt). Bislang bekommen wir das gut hin. Insbesondere im Kindergarten ist das jetzt noch kein Problem. Dort geben wir alles an Essen selber mit und kochen für sie täglich frisch, so dass unsere Quatschtröte das Essen mitnehmen kann. Auch achten die Erzieherin sehr gut darauf, was wohl nicht selbstverständlich ist (falls ihr das lest, liebe Erzieherinnen: Ein großes Dankeschön an euch!). Zu Hause ist eine glutenfreie Ernährung sowieso kein Problem. Insbesondere dann, wenn wir sowieso alle umstellen. Es gibt so viele leckere Rezepte und Alternativen.

Die Schwierigkeiten beginnen außer Haus: Sei es Familienfest, Kindergarten- oder Schulveranstaltungen, Besuche bei Freunden, Ausgehen mit Freunden….. Wobei der Besuch bei Freunden auch noch relativ gut zu händeln ist, in dem wir Essen selber mitgeben. Bei unserer Quatschtröte läuft das wunderbar. Wir haben die Eltern auch instruiert und wenn sie unsicher sind, melden sie sich bei uns. Die Eltern von Quatschtrötes Freund*innen machen das alles ganz toll und unterstützen sie wirklich wunderbar. Wobei sie aber mittlerweile auch selber sehr gut darauf achtet, was sie darf und was nicht. Meistens weiß sie es, aber wenn nicht, liest sie die Verpackung oder fragt nach. Toll macht sie das, da bin ich schon sehr stolz auf sie. Gespannt bin ich noch auf die Kindergeburtstage. Aber es wird wahrscheinlich darauf hinauslaufen, dass wir auch dort selber Essen mitgeben werden. Wie das alles bei unserer Teenietochter laufen wird, werden wir sehen. Bei ihr ist das altersbedingt ja ganz anders.

Da unsere Quatschtröte nach dem Sommer in die Schule geht, habe ich nach der Diagnose direkt mit der Schule gesprochen. Sie teilten mir mit, dass die Küche es schafft, glutenfrei zu kochen. Normalerweise hätten wir erst nach den Sommerferien erfahren, wie das alles so läuft. Jedoch muss die Schulküche durch die frische Diagnose bei unserer Teenietochter schon jetzt umstellen. Ich frage mich, ob sie wirklich dafür garantieren können, dass die Arbeitsplatten, Geräte und Utensilien komplett glutenfrei sind. Daher bin ich sehr gespannt, wie das laufen wird. Erfahrungen habe ich da noch keine, bin aber optimistisch.

Aber da kommt schon die nächste Hürde. Unsere Kinder fahren jedes Jahr auf Klassenfahrt. Dieses Jahr dann zum ersten Mal glutenfrei. Da muss ich mich noch mit der Lehrerin meiner Teenietochter zusammensetzen und alles besprechen, da sie in wenigen Wochen schon fährt. Die Lehrerin sagte zu ihr, dass das kein Problem sei, es gäbe auch andere Kinder mit Intoleranzen. Autsch! Eine Zöliakie ist keine Intoleranz, sondern eine Autoimmunerkrankung (in diesem Artikel ist sehr gut erklärt, was eine Zöliakie ist und was sie bedeutet) und jedes Fitzelchen an Gluten muss vermieden werden, da es dem Körper schadet. Da ist ein Gespräch vorab ziemlich notwendig.

Aber eine viel größere Schwierigkeit stellt das Projekt Herausforderung im September dar, Da wird unsere Teenietochter zehn Tage alleine in einer Gruppe, bepackt mit Zelt und Reisekocher, auf Reisen gehen…..

Dieses Jahr fahren wir ins Ausland in den Urlaub. Wir haben eine sehr weite Strecke mit dem Auto vor uns. Mal eben unterwegs etwas essen ist dann nicht drin.  Da bin ich gespannt, wie wir das umsetzen. Wir schaffen das, da bin ich mir ganz sicher. Aber es wird auch eine Herausforderung werden, weil wir das zum ersten Mal machen. Im Urlaub selbst, haben wir nachgeschaut, gibt es laut Internet im Umkreis von 300 km kein Restaurant, dass glutenfreies Essen anbietet. Das Problem an einer Zöliakie ist ja, dass nichts, rein gar nichts an Gluten an das Essen kommen darf. Das bedeutet, dass die Küchen separate Arbeitsplatten, Küchengeräte, Teller etc. nutzen müssten. Zu Hause ist das umsetzbar, in Restaurants aber oft eben nicht. Ich liebe es, im Urlaub essen zu gehen und mich verwöhnen zu lassen. Das wird ab jetzt nicht mehr so möglich sein, wenn wir gemeinsam in den Urlaub fahren. Dann veranstalten wir im Urlaub halt tolle Kochevents und machen es uns im Garten gemütlich ;-). Eine weitere Frage ist, wo wir im Urlaub glutenfreie Zutaten, mit denen wir dann selber kochen können, herbekommen? Die ersten Tage werden wir bestimmt mit suchen verbringen. Wir versuchen deshalb immer im Vorfeld zu planen und zu recherchieren. Denn das ist etwas, was wir schnell gemerkt haben: Planung im Vorfeld ist das A und O! Zum Glück gibt es von der Deutschen Zöliakie Gesellschaft (DZG) kleine Kärtchen in verschiedenen Sprachen, in denen das Wichtigste über die Zöliakie erklärt ist. Die kann man dann bei Bedarf vorzeigen.

Das Essen für Ausflüge kochen wir immer vor und nehmen es dann mit. Bei Kurzreisen innerhalb von Deutschland rufen wir z.B. die Hotels vorab an und informieren uns. Nächstes Jahr fahren wir für ein verlängertes Wochenende nach Hamburg und das Hotel gab auf Nachfrage an, dass sie ein glutenfreies Frühstück anbieten. Da bin ich wirklich gespannt und freue mich sehr, wenn dem wirklich so ist! Denn glutenfrei ist ja auch nicht immer glutunfrei ;-). Aber auch da werden wir vorab auf Recherchen gehen (und natürlich werde ich darüber bloggen).

Aber eine lange Fahrt ins Ausland und ein längerer Auslandsurlaub sowie das Projekt Herausforderung unserer Teenietochter werden uns bestimmt vor Herausforderungen stellen. Wir werden berichten! Wir wären aber nicht wir, wenn wir das nicht meistern würden ;-).

Die „alten Zöli-Hasen“ schmunzeln vielleicht über diesen Beitrag. Euch ist das alles sicher schon in Mark und Bein übergangen und stellt keine Probleme mehr dar. Aber für uns ist das wirklich alles neu und eine Herausforderung. Habt Gnade mit uns ;-).

Lieben Gruß,

Jani.

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