Himmel, Ar**** und Zwirn! Privatversichert müsste man sein

Eigentlich hatte ich diesen Beitrag für gestern Abend geplant, aber da wäre wahrscheinlich nichts Gutes bei herumgekommen. Ich war noch so voller Wut, Enttäuschung und Hilflosigkeit.

Gestern hatte ich meinen langersehnten Termin beim Gastroenterologen, auf den ich viele Wochen warten musste. Die Praxis ist so riesig, das ist unglaublich. Man könnte es schon als kleine Abteilung im Krankenhaus bezeichnen. Der Arzt war sehr nett und hat sich viel Zeit genommen. So erzählte ich ihm von meinem Beschwerdeweg.

In meinen ersten beiden Schwangerschaften brauchte ich zwischenzeitlich Bluttransfusionen, da mein Eisenspeicher komplett leer war. In meiner dritten Schwangerschaft habe ich dann alle zwei Tage eine Eiseninfusion bekommen (meine ansonsten sehr guten Venen haben sehr gelitten *autsch*) und stand immer mit einem Bein im Krankenhaus. In meiner ersten Schwangerschaft bekam ich dann auch eine Magenspiegelung um zu schauen, ob ich innere Blutungen hatte, aber da war nichts. In den darauffolgenden Schwangerschaften haben sie es dann als „gegeben“ hingenommen und nicht näher geschaut. Aber auch außerhalb von Schwangerschaften ist mein Eisen immer zu niedrig.

Anschließend fielen in den letzten Jahren immer mal wieder leicht erhöhte Leberwerte bei mir auf. Mein alter Hausarzt entschied sich, mich ins Krankenhaus zur Gallenblasenentfernung zu schicken, da ich auch Steine hatte. Aber auch das hat nichts gebracht, meine Werte waren auch danach immer wieder mal leicht erhöht, dann wieder normalisiert, wieder erhöht…

Seit ich denken kann, habe ich immer einen recht runden Bauch, genau wie meine Schwester, meine Mama und meine Kinder. Wir haben ihn als familientypisch abgetan. Ich habe schon seit laaaaanger Zeit wenig Weizen zu mir genommen – automatisch, ohne das es mir bewusst war. Und mein Bauch war viel weniger rund. Nudeln habe ich gar nicht mehr gegessen, da ich davon komplett außer Gefecht gesetzt wurde: Mein Bauch schwoll sehr stark an, eine bleierne Müdigkeit überkam mich (ich musste schlafen und konnte nicht wachbleiben), ich bekam teilweise Luftnot und Herzrasen. Klar, dass ich das automatisch nicht mehr aß. Diese Beschwerden schob ich immer auf die vielen Kohlenhydrate *lach*. Ganz schöner Blödsinn, aber man denkt sich dabei ja auch sonst nichts.

Jetzt esse ich seit Ende Mai ganz normal Weizenprodukte und mein Bauch wird immer schlimmer. Ich sehe schwanger aus, habe Bauchschmerzen, mit tierisch müde, leide unter Muskel- und Kopfschmerzen. Kurzum: Mir geht es wirklich nicht gut. Das Weizen kann ich aber bis zur Magenspiegelung auch nicht weglassen, da sich sonst, im Falle einer Zöliakie, die Darmschleimhaut wieder erholt und alles gesund aussehen würde. Daher bin ich gezwungen, mich weiter so zu ernähren, damit eine Diagnose gestellt werden kann.

Um zum Arzt zurückzukommen. Er meinte, bei meiner positiven Genetik, meinen Beschwerden, Geschichte und bei der Diagnose meiner Kinder sei eine Zöliakie bei mir sehr wahrscheinlich. Er hat mir jetzt allerhand Blut abgenommen. Da eine Zöliakie ja das Immunsystem aktiviert, können die Leberwerte dadurch auch erhöht sein, könnte also alles zusammengehören.

Ich sollte dann zur Anmeldung, um mir einen Termin zur Magenspiegelung und zum Ultraschall geben zu lassen. Er meinte noch, dass wir nicht zu lange warten sollen, weil es mir ja auch nicht gut geht. Ich habe mich auf ca. 2 bis 4 Wochen Wartezeit eingestellt. Schlussendlich habe ich aber den Termin zur Magenspiegelung Ende August und meinen Termin zum Ultraschall Anfang September. Mir kamen dann an der Anmeldung die Tränen und ich verwies auf die Aussagen des Arztes. Aber es war nichts zu machen. Sie meinte noch: „Die nächsten Termine hätten wir erst im November. Und wenn es ihnen schlecht geht, müssen sie halt ins Krankenhaus fahren. Da kommen sie schneller dran.“ Ich war eh so empfindlich und konnte diese (für mich freche) Aussage gar nicht gut haben.

Danach wurde mir noch Blut abgenommen und ab jetzt heißt es weiter warten. Es ist so furchtbar :/. Hoffentlich lohnt sich dieser ganze Mist auch und ich bekomme eine Diagnose.

So ein schönes buntes Leben? Ich mache das Beste draus.

Lieben Gruß,
Jani.

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