Urlaub in der Bretagne: das Kloster Mont-Saint-Michel

Eigentlich stimmt die Überschrift so nicht: Das Kloster Mont-Saint-Michel liegt am Ende der Normandie Richtung Bretagne. Aber da wir unseren Urlaub in der Bretagne verbringen, Le Mont-Saint-Michel relativ nah an der Grenze zwischen Normandie und Bretagne liegt, habe ich die Überschrift so bewusst gewählt.

Hier vor Ort war das Wetter nicht so schön und in Le Mont-Saint-Michel sollte es besser sein. Also haben wir uns entschlossen, unseren Tagesausflug dorthin zu machen. Wir hatten uns ja bereits im Vorfeld schon sehr darauf gefreut. Von Saint-Pol-de-Léon fuhren wir gut 2,5 Stunden. Autobahnen gibt es hier nicht wirklich ;-).  Leider fing es unterwegs schon an zu regnen, was sich erst zum Nachmittag, als wir wieder zurück fuhren, legte. Die ganze Insel ist wunderschön und ohne Regen wäre es bestimmt noch so viel schöner gewesen. Aber auch so war dieser Besuch für uns sehr wertvoll.

Parkplätze gibt es genügend vor Ort, diese sind etwa 2,5 km von Saint-Mont-Michel entfernt. Die Kosten betragen bis zu 2,5 Stunden sechs Euro. Alles darüber 12 Euro.  Hier gibt es auch kostenlose Toiletten und Touristeninformationen.
Vom Parkplatz aus fahren kostenlose Busse zum Kloster hin. Aber auch mit der Pferdekutsche kann man fahren, das kostet etwa 6 Euro pro Person für einen Weg – man ist gefühlt nur ewig und drei Tage unterwegs. Bei tollem Wetter macht das sicher Spaß, bei Regen eher nicht. Wer lieber laufen möchte, kann das auch tun. Es gibt einen schönen Weg zu Fuß dorthin. Den wären wir am Liebsten auch gelaufen, aber da das so am Regnen war, entschieden wir uns für den Bus. Wir waren bis auf die Unterwäsche nass.

Wir kamen zur Ebbe an. Ich kann mir richtig gut vorstellen, wie die Insel bei Flut aussehen muss. Wunderschön! Denn das Kloster liegt auf einer kleinen Insel und ist rundum von Wasser und Wiesen umgeben. Absolut idyllisch.

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Ein kleiner geschichtlicher Einblick
Das Kloster Mont-Saint-Michel ist ein einzigartiges Bauwerk, gleicht keinem anderen Kloster und geht auf eine sehr lange Geschichte zurück, die im Jahr 708 begonnen haben soll. Der Bischof von Avranches, Aubert, ließ zu Ehren des Erzengels Michaels ein Heiligtum errichten, dass sich schnell zu einer wichtigen Wallfahrtsstätte entwickelte. Im 10. Jahrhundert zogen die Benediktiner in das Kloster ein. Unter dem Kloster bildete sich ein Dorf. Im 14. Jahrhundert erstreckte sich das Dorf bis an den Fuß des Felsens. Heute leben noch etwa 33 Menschen vor Ort in dem Dorf. Hinzu kommt eine Vielzahl an Restaurants, Souvenirläden und Hotels für Touristen.

Das Kloster war aber auch eine uneinnehmbare Verteidigungsanlage. Seine Wälle und Befestigungen hielten jedem englischen Ansturm stand und verlieren dem Berg zudem einen Symbolwert.
Während der Revolution wurde die Klostergemeinschaft aufgelöst. Bis 1863 diente das Kloster als Gefängnis. Seit 1874 wird das Kloster und Anlage ohne Unterbrechung immer wieder umfassend restauriert.
Im Mittelalter stellte das Kloster für die Menschen das Himmlische Jerusalem dar, ein Bild des Paradieses.
Mont-Saint-Michel ist Teil des Jakobweges und seit 1979 Weltkulturerbe der UNESCO.

Aufbau
Das Besondere an diesem Kloster ist, dass die Pyramidenform des Berges mit in den Bau einbezogen musste. Die Baumeister des Mittelalters bauten die Gebäude schneckenförmig um den Felsen herum. Die Abteikirche steht auf dem Gipfel und ruht auf Krypten. Diese bilden eine Plattform und tragen das Gewicht der 80 Meter langen Kirche.
Das Gebäude Merveille wurde im 13. Jahrhundert gebaut. Zwei dreistöckige Bauten wurden am steilen Felsen angelehnt – ein bauwerkliches Meisterstück! Im Erdgeschoss dient das enge Seitenschiff des Vorratsraums als Stütze. Die Träger der beiden unteren Ebenen des westlichen Gebäudes liegen übereinander, die Strukturen werden immer leichter, je mehr sie sich dem Gipfel nähern. Von außen wir das Gebäude von mächtigen Strebepfeilern gestützt.

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Ein Klosterleben ist mit vielen Regeln verbunden, die den Bau natürlich auch beeinflussten. Die Mönche lebten nach der Benediktinerregel. Diese besagt, dass sie ihren Tagesablauf dem Gebet und der Arbeit widmen sollten. Dafür wurden extra Räume angelegt, die das Prinzip der Klausur (Zonen, die nur die Mönche betreten durften) mit berücksichtigten. Das bedeutete auch, dass im Erdgeschoss und 1. Stock extra Räume für den Empfang von Laien geschaffen wurden. Die Anforderungen des Klosterlebens und die topografischen Zwänge werden im Bau sehr deutlich.

persönliche Erfahrung
Wie wir bereits im Vorfeld erwarteten, war alles voller Menschen. Insbesondere in den kleinen, verwinkelten Gassen und in der kleinen „Hauptstraße“, in der die Geschäfte und Restaurants liegen, war es sehr eng und voll. Da man aber an vielen Stellen Abzweigungen nach oben nehmen kann, verläuft es sich auch relativ schnell wieder. Voll bleibt es dennoch.
Die Ausblicke sind traumhaft. Leider haben wir, wie gesagt, nur die Ebbe mitbekommen. Bei der Flut muss alles noch viel schöner Aussehen, als ohnehin schon.
Nicht empfehlenswert ist  auf Grund der vielen Treppen sowie der steilen, unebenen und engen Wege ein Besuch mit Rollstuhl oder Kinderwagen. Bei Kindern empfiehlt sich eine Babytrage. Auch dürfen Tiere nicht mitgebracht werden.
Ihr solltet nicht nur die Insel und das Dorf besichtigen, sondern auch das Kloster und die Abtei selber. Dieses erstreckt sich über mehrere Stockwerke und viele Räume.  Die Aussicht von oben ist unglaublich. Man kann sowohl die Normandie als auch die Bretagne betrachten. Von Innen ist das Kloster viel größer, als es von außen wirkt. Der Eintritt für das Kloster beträgt 10 Euro für Erwachsene, Kinder unter 18 Jahre sind frei. Vor dem Eingang finden Taschenkontrollen statt.

Wir haben auch den Gottesdienst dort mitbekommen. Das war sehr schön! Die Nonnen sangen in einem hellen Ton, der uns alle berührt hat. Was uns ein bisschen geärgert hat, war die Rücksichtslosigkeit mancher Menschen. In der Kirche während des Gottesdienstes wurden die Handys nicht ausgestellt, es wurde laut miteinander geredet, die Audioguides zur Selbsterkundung/Führung waren auf laut gestellt… Nicht schön.

Glutenfreies Essen
Die Preise in den Restaurants sind hoch. Wir haben unser Kärtchen mit der Erklärung der Notwendigkeit glutenfreier Speisen in verschiedenen Restaurants vorgezeigt um nachzufragen, ob zumindest die Pommes glutenfrei sind. Ein Laden hat sich unser Kärtchen ernsthaft durchgelesen und unsere Anfrage ernsthaft beantwortet.  Leider waren die Pommes nicht glutenfrei, da in der Fritteuse paniertes Fleisch frittiert wird. Mitarbeiter*innen anderer Restaurants haben das Kärtchen Überfolgen und kein großes Interesse gezeigt, uns weiterzuhelfen. Das fanden wir sehr schade. Unsere Teenietochter, die das alles selbst erfragt hat, hatte irgendwann auch keine Lust mehr, was ich total verstehen kann. Es war überall sehr voll und dann dieses ständige Fragen, ne, da kann einem schon mal die Lust vergehen.
Aber grundsätzlich gab es viel Fleisch (paniert) und Weizengebäck, wie z. B. Crêpe. Die Wahrscheinlichkeit, dass dort etwas glutenfreies dabei ist, ist sehr gering. Nehmt euch also lieber selber etwas zu essen mit.

Ich hoffe, euch gefallen unsere Bilder und Eindrücke. Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, schreibt es in die Kommentare. Ansonsten hoffe ich, dass ihr dieses spektakuläre Gebäude irgendwann auch einmal besichtigen könnt. Wir werden irgendwann noch einmal wiederkommen. Es lohnt sich in jedem Fall!

Lieben Gruß,

Jani.

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