Glutenbelastung: Bald habe ich es geschafft!

Noch sage und schreibe drei ganze Tage lang muss ich Gluten zu mir nehmen. Falls du neu auf meinem Blog bist, kannst du hier nachlesen, worum es genau geht. Gestern habe ich schon auf Instagram kurz berichtet, heute werde ich hier etwas länger berichten. Da ich sowieso zu nichts zu gebrauchen und gereizt bin, verstecke ich mich lieber hinter meinem Laptop und blogge. So haben alle etwas Ruhe 😉 .

Am Montag ist es endlich soweit. Ich bekomme meine langerwartete und ersehnte Magenspiegelung. Endlich klärt sich, ob ich – genau wie meine Kinder – an einer Zöliakie leide oder ob es ‚nur‘ eine Nicht-Zöliakie-Nicht-Weizenallergie-Weizensensitivität ist. Endlich kann auch geklärt werden, was mit meiner Leber ist und warum ich diesen stetigen Eisenmangel habe. Oh was sehne ich mir diesen Moment der Klarheit herbei. Natürlich muss ich auf die Ergebnisse warten und je nach Diagnose sind evtl. noch andere Untersuchungen notwendig. Aber ich kann das Gluten endlich weglassen und ein Ende ist in Sicht.🍾 🎉

Momentan beträgt mein Bauchumfang immer zwischen 88 und 90 cm – ich bin ein kleines und schlankes Persönchen. Ich sehe ziemlich schwanger aus. Gestern stand ich vorm Spiegel und habe mich betrachtet. Mein Mann meinte nämlich, dass mein Bauch (ich habe Nudeln gegessen) noch viel dicker sei als sonst (nachgemessen: 93 cm). Ja, das stimmte, ich konnte meine Füße nicht mal mehr sehen, dafür musste ich mich schon vorne rüberbeugen. Und dann fragte ich mich und ihn, wie mein Bauch früher aussah. Ich kann mich da schon nicht mehr dran erinnern. Als mein Mann mich dann bat, meinen Bauch mal einzuziehen (autsch, das ging für wenige Sekunden), konnte ich gar nicht glauben, dass er mal so flach war. Aber mein Mann ist felsenfest der Meinung. Dann werde ich ihm mal glauben und bin auf die glutenfreie Zeit gespannt. Mal sehen, wie schnell der Bauch schwinden wird und ich beschwerdefrei, voller Elan und wieder die Alte sein werde. Es ist wirklich nicht schön. Mal habe ich Kopfschmerzen, mal Muskelschmerzen, müde bin ich sowieso immer, aber nach dem Verzehr von Gluten ist sie richtig bleiernd – Autofahren ist da nicht drin. :-/ Oh ja und gereizt bin ich auch manchmal und über die Verdauungsbeschwerden möchte ich nicht reden. Mir geht es dann einfach nicht gut. Ich denke, wenn es dem Darm nicht gut geht, wirkt sich das halt auf den ganzen Körper aus.

DZG beschreibt für die Weizensensitivität bei Erwachsenen folgende Symptome.

Dabei beginnen die Beschwerden meist relativ rasch nach der Aufnahme von glutenhaltigem Getreide und verschwinden ebenso rasch innerhalb von Tagen unter glutenfreier Ernährung. Die Betroffenen berichten über Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung, Kopfschmerzen, Benommenheit, Müdigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen, Hautveränderungen, depressive Stimmung und Anämie. Bei Kindern scheinen eher die gastrointestinalen Beschwerden und die Müdigkeit vorzuliegen. Komplikationen wie bei Zöliakie wie z.B. Assoziation mit weiteren Autoimmunerkrankungen werden bei unbehandelter Nicht-Zöliakie-Nicht-Weizenallergie-Weizensensitivität nicht beschrieben.

Zur Zöliakie im Erwachsenenalter schreibt die DZG folgendes:

Trotz verbesserter Diagnostik und größerem Verständnis für das Krankheitsbild wird die Diagnose häufig erst Jahre nach dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen gestellt. Die Verzögerung der Diagnostik liegt meist daran, dass selten das Vollbild der Zöliakie mit massivem Gewichtsverlust und Durchfall mit Fettstühlen vorliegt. Es überwiegen die Verläufe, bei denen nur wenige oder einzelne Symptome auftreten. Man spricht hier von der oligosymptomatischen (nur mit wenigen Symptomen) oder subklinischen (d.h. ohne spürbare Beschwerden) Zöliakie. Ein ungeklärter Eisenmangel ist oft das einzige Symptom, das auf eine Zöliakie hinweist. Aber auch Knochenschmerzen mit Osteoporose oder eine Arthritis können Anzeichen der Erkrankung sein. Bei vielen Patienten liegen auch Symptome an anderen Organen vor, die nicht direkt auf eine Darmerkrankung hinweisen (symptomatische Zöliakie). Hierzu zählen z.B. Zyklusstörungen bei der Frau, Unfruchtbarkeit, Depressionen und Migräneanfälle oder Leberwerterhöhungen bisher unbekannter Ursache.

Nach meinem Gespräch mit dem Arzt habe ich danach für eineinhalb Wochen kein Gluten zu mir genommen. Ich konnte es einfach nicht mehr. Länger durfte ich leider nicht pausieren, da sich die Darmschleimhaut im Falle einer Zöliakie sonst regeneriert hätte. In dieser Zeit ging es mir so gut wie lange nicht mehr. Es hat einige Tage gedauert, aber es wurde stetig besser. Dann musste ich wieder Gluten essen und es ist schlimmer als zuvor.

Wenn ich ehrlich bin, bin ich sehr froh derzeit Urlaub zu haben. Diese Müdigkeit und der dicke, runde Bauch sind wirklich nicht schön und einschränkend. Bei der Arbeit könnte ich nicht wie sonst Vollgas geben. Und ich bin meinem Mann sehr dankbar, dass er mich in dieser Phase total lieb unterstützt und immer für mich da ist und mir auch ganz viele Dinge abnimmt.

Wenn ich das so lese, komme ich mir wie ein Jammerlappen vor, der ich eigentlich gar nicht bin. Ich bin jemand, der mit dem Kopf unterm Arm zum Arzt geht. Vielleicht kann sich jemand, der keine Nahrungsmittelunverträglichkeiten hat, das nicht vorstellen. Aber es ist wirklich so, wie ich schreibe. 😦

Ehrlich gesagt wünsche ich mir, dass es eine Zöliakie ist, obwohl ich davon ausgehe, dass es eine Weizensensitivität ist. Ja, eine Zöliakie ist einschränkend, aber auf Gluten muss ich so oder so verzichten, da ich es überhaupt nicht vertrage. Je nach dem was es letztendlich ist, hat es nur Auswirkungen auf die Strenge des Glutenverzichts: Bei einer Zöliakie muss ich streng verzichten und Hygienemaßnahmen einhalten, darf nicht einmal Spuren zu mir nehmen. Bei einer Weizensensitivität kann das etwas lockerer gehandhabt werden. Beispielsweise könnte ich mit meinem Mann in die Pizzeria Essen gehen und dort einen Salat zu mir nehmen. Auch wenn dort die Gefahr der Kontamination besteht. Bei einer Zöliakie ist das nicht möglich.

Warum ich mir das wünsche? Klingt schon verrückt, ich weiß. Aber wenn es eine Zöliakie ist, dann sind mit aller Wahrscheinlichkeit nach sowohl meine Probleme mit dem Eisenmangel als auch mit der Leber geklärt (s. o. ). Eine Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, die auch andere Organe befallen kann, auch die Leber. Durch den strikten Verzicht auf Gluten könnten all die Beschwerden weggehen und die Leber sich gut erholen. Ist es keine Zöliakie, muss weiter geschaut werden. Dann gibt es eine Leberbiospie, eine Darmspiegelung und evtl. eine Kapselendoskopie. Das würde ich gerne umgehen. Außerdem könnte es ja sonst etwas Schlimmeres als eine Zöliakie sein. Da ist die Zöliakie das kleinere Übel, oder?

Morgen Abend kommen unsere Freunde vorbei und wir werden gemeinsam Pizza bestellen. Für mich wohl das letzte Mal. Ich werde sie zelebrieren und sehr genießen ;-).

Drückt mir bitte für Montag die Daumen!

Lieben Gruß,
Jani.

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