DiY, Nachhaltigkeit
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DIY Anleitung für Bienenwachstücher – ganz einfach selber machen, weg von Frischhaltefolie

In der Woche 2 unseres Nachhaltigkeitsexperiment und Konsumverzicht beschäftigten wir uns intensiver mit Bienenwachstüchern. Bislang nutzten wir Frischhaltefolie, um Gemüsereste einzuwickeln oder Salate abzudecken. Das das auch nachhaltiger mit Bienenwachstüchern geht, erfuhren wir in den letzten Wochen. Du kannst damit alle möglichen Lebensmittel wie Gemüse, Obst und Pausenbrote einpacken. Fleisch allerdings (für uns als Veggie sowieso kein Problem) soll man darin nicht einwickeln.
Bienenwachs hat eine antibakterielle Wirkung, was für die Aufbewahrung von Lebensmitteln wichtig ist. Übrigens ist auch einfrieren damit möglich! Für Lebensmittel, die stark riechen, wie z. B. Zwiebeln, sollte man ein extra Bienenwachstuch nehmen, das nur dafür genutzt wird, da es den Geruch annehmen kann.

Durch die natürliche Körperwärme lässt sich das Bienenwachstuch in alle möglichen Formen bieten und eignet sich daher sehr gut zum Verpacken.

Wir waren entschlossen, uns welche im Unverpacktladen vor Ort und nicht im Internet zu kaufen. Zunächst wollten wir sie aber in der Hand haben und uns genau ansehen. Ehrlich gesagt, waren wir von dem Preis sehr erschrocken. Drei Tücher in den Größen je ein Mal 15×15, ein Mal 20×20 und ein Mal 30×30 sollten zwischen 30 und 35 Euro kosten.  Wir brauchen einige von diesen Tüchern und auch unterschiedliche Größen. Das wäre sehr, sehr teuer geworden. Nachhaltigkeit hin oder her, aber ein bisschen auf das Geld möchten wir schon achten ;-). Wir entschlossen uns deshalb, die (ansonsten wirklich schönen) Bienenwachstücher nicht zu kaufen.

Stattdessen informierten wir uns, wie wir die selbst machen können. Und das ist erdenklich einfach! Du brauchst dazu nur

  • vorgewaschene, (dünne) Baumwolltücher/Stoffreste aus Baumwolle in verschiedenen Größen
  • Bio-Bienenwachs, der auch für Kosmetik geeignet ist
  • Backpapier
  • Pinsel
  • Bügeleisen oder Ofen

Alte Bettwäsche und Kleidung

Wir haben, um Ressourcen zu sparen, aussortierte Bettwäsche genommen und in unterschiedliche Größen geschnitten. Die sehen jetzt zwar nicht ultrafancy aus, erfüllen aber ihren Zweck. Wichtig ist, dass der Stoff zum einen wegen der nötigen Elastizität recht dünn ist, zum anderen aus Baumwolle besteht, da du damit ja Essen abdecken wirst.
Du kannst zum Schneiden eine Zickzack-Stoffschere für saubere Kanten nehmen oder eine normale Stoffschere. Da wir keine Zickzack-Schere haben, benutzen wir eine normale Schere. Durch das Einwachsen kann man später problemlos Fäden abschneiden und es wird nicht weiter ausfransen.

Bienenwachs

Wir haben uns zertifizierten Bio-Bienenwachs in Pastillenform gekauft, den man auch für Kosmetik nutzen kann. So teuer ist der nicht. 200 Gramm haben ausgereicht. Wir schätzen, dass wir etwa 20 bis 25 Gramm pro Tuch an Bienenwachs brauchten. Ist natürlich abhängig von der Stoffgröße.

Wie viel du letztendlich brauchst, hängt von der Größe ab. Gib lieber etwas zu wenig Bienenwachs auf den Stoff, als zu viel. Ein Zuviel sorgt für unangenehm dicke Wachsschichten. Du kannst ja jederzeit neue Pastillen drauflegen, wenn du merkst, dass zu wenig Wachs auf den Tüchern ist.

So geht’s (mit Backofen)

Bienenwachstuch_selbermachen_Backofen_Anleitung.jpg

Nimm hier ruhig etwas mehr Bienenwachspastillen, als auf dem Bild zu sehen

Als erstes möchten wir dir unsere Lieblingsmethode vorstellen, da sie die (für uns) besten Ergebnisse erzielt. Außerdem kannst du mehrere Tücher gleichzeitig herstellen.

Du legst Backpapier auf das Backblech und darauf den Stoff. Auf den Stoff verteilst du die Bienenwachspastillen.

Erwärme den Backofen auf etwa 80 Grad und warte, bis der Bienenwachs geschmolzen ist und die Stoffstücke durchtränkt sind.

Sobald das Bienenwachs geschmolzen ist, kannst du das Backblech herausnehmen. Normalerweise ist alles gut verteilt, so dass du das Bienenwachstuch in die Hände nehmen (Vorsicht! Heiß!) und an der Luft in senkrechter Position trocknen lassen kannst. Je nachdem, wie viel Stoffstücke du auf dem Backblech hattest, kannst du sie auch an der Wäscheleine aufhängen oder auf dem Backblech trocknen lassen.

So geht`s (mit Bügeleisen)

Bienenwachstuch_Selbermachen_Bügeleisen.jpg

Für uns ist diese Methode nicht ganz so gut. Das Schmelzen etc. hat alles gut geklappt, allerdings waren auf dem Stoff Wachsstreifen und mit dem Bügeleisen schmolz und verlief alles nicht so schön. Ob es an dem Bügeleisen lag? Wir wissen es nicht. Zufrieden mit den Ergebnissen waren wir allerdings nicht.

Zunächst legst du etwas Backpapier (da steigen wir noch in den nächsten Wochen auf eine nachhaltigere Variante um) auf eine glatte, hitzebeständige Fläche. Darauf kommt das zuvor ausgeschnittene Stück Stoff.

Nun erwärmst du die Bienenwachspastillen im Wasserbad. Dazu haben wir einen kleinen Topf genommen, diesen in einen anderen, mit Wasser gefüllten Topf gelegt und erwärmt. Bienenwachs schmilzt schon bei etwa 60 bis 70 Grad, weshalb das recht schnell geht. Diesen Topf stellen wir nach dem Schmelzen direkt neben unsere Arbeitsfläche.

Auf den Stoff gibst du mit einem Pinsel nach und nach Bienenwachs und verteilst es gut. Aber Achtung! Das Bienenwachs trocknet sehr schnell auf dem Stoff und lässt sich dann nicht mehr verteilen.

Nachdem der ganze Stoff mit Bienenwachs eingerieben wurde, legst du ein weiteres Backpapier drauf und bügelst es mit dem zuvor erwärmten Bügeleisen. Der Bienenwachs schmilzt wieder und verteilt sich auf dem ganzen Stoff. Anschließend nimmst du das obere Backpapier ab, entfernst den Stoff vom unteren Backblech und hälst es für eine kurze Zeit senkrecht in den Händen, damit der Stoff gut trocknen kann. Wichtig ist, dass der Stoff in gerader Position, ohne Ecken, Knicken und Falten trocknen kann.

Bei beiden Methoden haben wir das fertige Bienenwachstuch mit einem feuchten Lappen abgewischt, damit etwaige Reste abgeschwischt werden und sich das Tuch noch schöner anfühlt.

Tipp!

Solltest dein Stoff direkt nach dem Herstellen oder im Laufe der Zeit unschöne Dellen bekommen, kannst du den Stoff entweder mit einem Fön, mit einem Bügeleisen oder im Backofen erwärmen und glatt streichen. Schon ist dein Bienenwachstuch wieder schön!

Wenn deine Bienenwachstücher nach einiger Zeit porös sind, musst du sie nicht wegschmeissen. Mit einer neuen Wachbeschichtung sind sie wieder einsatzbereit und dadurch sehr langlebig!

Sollte dein Backofen mit Bienenwachs verschmiert sein, kannst du ihn einfach wieder aufheizen, so dass das Bienenwachs schmilzt und anschießend mit einem Tuch abwischen.

Reinigung

Das Bienenwachstuch kann man immer wieder nutzen. Bei Verschmutzung einfach mit lauwarmen Wasser abspülen oder etwas Spüli hinzugeben, fertig.

Das ist doch eine tolle und einfache Methode, um Plastik zu sparen, oder?

Lieben Gruß,
Jani & Freddy

 

 

 

 

 

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Jani. | Mutter. Ehefrau. Arbeitnehmerin. Studentin. Schöne Dinge- und Natur Liebhaberin. Entdeckerin. Tüftlerin. Denkerin. Kleine Weltverbesserin. Optimistin.

2 Kommentare

  1. Hallo Jani!
    Ja, die Tücher sind echt praktisch!

    Ich habe aus ausgedienten Oberhemden rechteckige Tücher ausgeschnitten, diese auf ein Backpapier gelegt, darauf kamen die Wachsflocken, dann ein zweites Backpapier. Das Wachs habe ich durch das obere Backpapier geschmolzen. Man kann durch das Backpapier hindurch ganz gut sehen, wie das Wachs verteilt ist und es mit dem Bügeleisen an die fehlenden Stellen schieben.
    Die beiden Backpapierstücke habe ich aufgehoben. Damit frische ich die Tücher nach der Wäsche von Zeit zu Zeit wieder auf.

    Liebe Gruße, Sibylle von miteigenenhaenden.wordpress.com

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: [Entdeckt] Spannendes im Dezember – Lebenseinblicke

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