Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeit im Familienalltag
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Nachhaltigkeitsguide: Lebensmittel & Einkaufen

Wir beschäftigen uns ja jetzt seit einiger Zeit mit dem Thema Nachhaltigkeit und daher wird es doch mal Zeit, unser neues Wissen mit dir zu teilen. Bestimmt weißt du davon schon ganz viel, aber vielleicht ist das auch noch das ein oder andere Neue bei?

Lebensmittel regional kaufen

Fangen wir mal mit etwas an, dass du sicher weißt und nichts Neues für dich ist.
Im Supermarkt findest du allerlei Obst- und Gemüse aus fernen Ländern. Aber auch andere Lebensmittel wie Butter oder Eier werden immer wieder importiert. Damit sie zu uns in den Supermarkt kommen, legen sie eine weite Strecke mit dem Flugzeug oder mit dem Schiff zurück, was Unmengen an Kohlendioxiden (CO2) verursacht. Um unsere Umwelt zu schonen ist es daher sinnvoll, auf Produkte zurückzugreifen, die aus der Region stammen oder keinen all zu langen Weg hinter sich haben. Auf den Verpackungen steht normalerweise, woher die Produkte stammen.

regional_einkaufen_nachhaltigkeitsguide

Bananen aus Deutschland gibt es so nicht. Daher kannst du sie nicht regional kaufen. Worauf du aber achten kannst, ist ein Bio-Siegel, denn Bananen aus herkömmlichen Anbau zerstören Böden, tragen zur Wasserverschmutzung und zur Zerstörung des Regenwaldes bei. Dadurch werden Lebensräume vieler Tierarten zerstört.

Lebensmittel saisonal kaufen

Neben dem regional einkaufen, solltest du auch auf saisonales Obst und Gemüse achten. Wenn du Obst und Gemüse außerhalb ihrer Saison kaufst, werden sie entweder importiert oder stammen aus Gewächshäusern. Das verbraucht viel Energie und Versacht wieder CO2. Tolle Saisonkalender für Obst und Gemüse findest du übrigens hier: Regional-Saisonal.de.

Vorräte anlegen

Du kannst dir natürlich auch Vorräte anlegen. Beispielsweise eignen sich Zwiebeln, Möhren, Kartoffeln und Äpfel dafür gut. Äpfel lassen sich bei niedrigen Temperaturen bis zu fünf Monate lagern.

Wusstest du schon?….

Die Äpfelsaison ist meist von August bis Oktober. Wenn du im Frühling deutsche Äpfel im Supermarkt bekommst, sind sie noch vom letzten Herbst und wurden gelagert. Dafür müssen sie extra gekühlt werden, was wieder Energie verbraucht und CO2 verursacht.

Für das Klima wäre es sogar besser – jetzt halt dich fest, das was für uns neu – wenn du im Frühling einen Apfel aus Neuseeland kaufst, anstatt einen deutschen Apfel aus dem Lager zu nehmen.

Eier

Du hast sicher schon auf Eiern die verschiedenen Codes entdeckt. Wusstest du aber, was dieser bedeutet und woraus er sich zusammenstellt?

regional_einkaufen_eier

0-DE-8475897

0 = Bio-Haltung
1 = Freilandhaltung
2 = Bodenhaltung
3 = Käfighaltung

DE = Deutschland
AT = Österreich
NL = Niederlande

Die nachfolgende Nummer steht für den Betrieb, in dem das Ei produziert wurde.

Fair-Trade

Wenn du auf den Produkten ein Fair-Trade-Siegel siehst, haben die Bauern und Arbeiter genug (wobei uns letztendlich immer noch die Frage im Kopf herumschwirrt: Was ist genug Geld? Wer bestimmt das?) Geld erhalten, werden gerecht behandelt und müssen keine gesundheitsgefährdenden Arbeiten ausüben. Dafür sind die Preise von Fair-Trade-Produkten meist etwas teurer, das Geld geht aber in Bildung und Gesundheitsvorsorge der Bauern, Arbeiter und Kindern.

Das liebe Thema Fleisch

Auch wenn wir seit Jahren Vegetarier sind, möchten wir dich mit diesem Abschnitt keinesfalls bekehren. 😉 Dennoch ist Fleisch essen aber für die Umwelt schädlich. Die Kühe pupsen ziemlich viel, wodurch sehr viel Methan freigesetzt wird, dass für das Klima absolut schädlich ist. Je mehr Fleisch gegessen wird, desto mehr Kühe (und andere Tiere) müssen gezüchtet werden, umso mehr Methan wird freigesetzt und die Umwelt geschädigt.

nachhaltigkeitsguide_lebensmittel_fleisch

Weiter werden Wälder abgeholzt, um neue Weideflächen zu gewinnen. Die Tiere müssen selbstverständlich auch gefüttert werden, weshalb Futter produziert werden muss. Das aber kostet sehr viel Wasser und Energie. Urin und Kot der Tiere verschmutzen wiederum das Wasser.

Für 1 kg Rindfleisch werden 15.000 Liter Wasser verbraucht. Im Gegensatz dazu für 1 kg Kartoffeln 100 Liter.

Der CO2-Ausstoß für 1 kg Rindfleisch liegt bei 26 kg, für Kartoffeln bei 2,9 kg

Vielleicht kannst du ja deinen Fleischkonsum auf ein bis zwei Mal die Woche reduzieren und überlegen, ob es wirklich Wurst zum Frühstück sein muss oder auch Marmelade reicht?

Leckere vegetarische und vegane Rezepte findest du auch auf unserem Blog. Schau mal hier: glutenfreie und vegetarische Rezepte. Wenn du oben auf den Reiter Zöliakie klickst, kommst du auch ins Menü mit den Unterteilungen.

tierische Produkte

Auch andere Lebensmittel stammen vom Tier, wie beispielsweise Milch, Butter & Co. Die umweltbezogenen Probleme sind genau die gleichen wie für die Fleischproduktion. Auch hier kannst du ganz viele tierische Lebensmittel durch pflanzliche ersetzen, wenn du magst.

Wasser bei der Lebensmittelproduktion

Wie schon deutlich wurde, wird ganz schön viel Wasser für die Lebensmittelproduktion verbraucht. Kennst du das virtuelle Wasser? Daran kannst du sehen, wie viel Wasser in welchen Lebensmitteln steckt.

1 kg Weizen – 1.350 Liter Wasser
1 kg Reis – 1.000 Liter Wasser
1 Glas Orangensaft – 850 Liter Wasser
1 Liter Kaffee – 700 Liter Wasser

Das ist eine ganz schöne Menge! Ganz besonders problematisch ist das für Länder, in denen schon eine Wasserknappheit besteht. Vielleicht kannst du darauf achten, Produkte aus Ländern zu kaufen, in denen es ausreichend regnet und dadurch genug Wasser vorhanden ist.

nachhaltig_leben_wasserverbrauch

Während du vieles regional und saisonal kaufen kannst, wächst manches einfach nicht bei uns und wird dort angebaut, wo Wassermangel herrscht.
Beispiele sind:

Reis
– China, Marokko, Pakistan, Uruguay
+ Thailand, Indien

Orangen
– Israel, Nordafrika, Südafrika
+ Italien, Griechenland, Türkei

Kaffee
– Brasilien, Venezuela
+ Ecuador, Tansania, Vietnam

Säfte

Etwa 90 % unserer Apfel- und Orangensäfte stammt aus Brasilien. Hier kannst du besser eine frische Birne oder einen Apfel aus der Region pressen. Orangen gibt es auch aus Europa, falls du nicht darauf verzichten magst.

Trinkwasser

Wasser gibt es in Glasflaschen, Plastikflaschen, Tetrapack und legt oftmals weite Wege zurück, bis es bei uns in den Läden ist. Am einfachsten kannst du Leitungswasser trinken. Wenn dein Leitungswasser sehr kalkhaltig ist, kannst du spezielle Filter nutzen.

Plastikflaschen im Laden zu kaufen, ist eine ganz schöne Schlepperei. Außerdem lassen sich die Plastikflaschen nicht ewig wieder verwerten und setzen Mikroplastik frei, das auch in unseren Körper gelangt.

Falls du auf die Kohlensäure nicht verzichten magst und kein Fan von stillem Wasser bist, kannst du auch einen Wassersprudler nutzen. So machen wir es und sind damit wirklich zufrieden.

Wasserverbrauch in der Kleidungsherstellung

Das Thema handelt ja von Essen und Einkaufen, daher gehört auch das Thema Kleidung hier her, denn auch bei der Kleidungsproduktion wird ganz viel Wasser verbraucht: Die Pflanzen müssen angebaut und weiterverarbeitet werden, bei Leder kommt noch der Anbau von Futterpflanzen und Trinkwasser hinzu.

nachhaltig_leben_kleidung

In diesem Beitrag schrieben wir über die Arbeitsbedingungen und Auswirkungen in der Kleidungsherstellung, weshalb wir uns entschieden, nur noch gebraucht, Fair Trade zu kaufen und nur dann, wenn wirklich etwas benötigt wird, zu kaufen (lies dazu meinen Beitrag: Meine Capsule Wardrobe – mehr Minimalismus im Kleiderschrank) Neben diesen Aspekten ist der Wasserverbrauch ein weiterer, der hinzugekommen ist. Warum?

Für ein Paar Lederschuhe werden 8000 Liter Wasser verbraucht, für eine Jeans 5400 Liter und für ein Baumwollshirt 4100 Liter. Durch die Pestizide wird das Wasser zudem unbrauchbar.

Bei Kleidung aus Bio-Baumwolle werden keine Pestizide genutzt, weshalb weniger Wasser verschmutzt wird.

Verpackungsmüll

So viel Lebensmittel sind (unnütz und sinnfrei) verpackt, was ganz schön viel Müll produziert. Denk mal an die Verpackung von Kinder Schokobons oder geschälte Orangen, die in Plastik verschweisst sind. Wir nutzen Obst- und Gemüsebeutel anstatt Plastiktüten und versuchen Obst und Gemüse möglichst verpackungsfrei einzukaufen (oft auch auf dem Markt). Wir versuchen unnützen Müll zu vermeiden, was manchmal gar nicht so einfach ist. Brot und Brötchen kannst du beim Bäcker auch in Baumwollbeuteln kaufen (schau mal hier: Plastikfrei einfrieren). Die in dem Link genannten Baumwollbeutel eignen sich auch gut für den Einkauf beim Bäcker.

Vieles bekommt man auch in Unverpacktläden. Die sind genial, für uns auf Grund der Zöliakie in Sachen Lebensmittel nur leider nicht machbar.

Zum Thema Müll wird aber nochmal ein eigener Beitrag folgen.

nachhaltig_leben_muell_vermeiden_nowaste

So, dass war erst einmal das, was uns in den letzten Monat begegnete. Wir möchten mit diesem Beitrag übrigens nicht sagen, dass du auf alles verzichten sollst. Wir wünschen uns, dass jeder Mensch über seinen Konsum nachdenkt, reflektiert und bewusst handelt und einkauft. Mal sehen, ob der Beitrag noch erweitert wird, aber das ist der Stand bis heute. Hat er dir geholfen?

Lieben Gruß,
Jani & Freddy

Quellen
Statistisches Bundesamt, www.wasserfussabdruck.org, www.umweltbundesamt.de, www.virtuelles-wasser.deDeutschlandfunk

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