Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeitsexperiment
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Woche 14 bis 22 unseres Nachhaltigkeitsexperiments und Konsumverzicht

Hui, jetzt sind schon einige Wochen seit dem letzten Beitrag vergangen. Tatsächlich entschlacken wir unser Leben mehr und mehr und setzen vermehrt andere Prioritäten, weshalb es mit manchen Blogbeiträgen etwas dauern kann. Wir sind uns ganz sicher, dass sich das nach Beendigung meines Masters ändern wird. 🙂

Jetzt kommt auf jeden Fall ein etwas längerer Beitrag mit einer Zusammenfassung der acht Wochen.

Nachhaltigkeit

Am Sonntag, den 3. März waren wir auf der Veggienale – Messe für vegane Lebenskultur, kurz öko meets vegan in Münster. Dabei haben wir drei schöne nachhaltige Produkte gekauft: Waschbare Bambustücher, Dauer-Back-Trennfolie (wiederverwehrtbares Backpapier) und Abschminkpads aus Bio-Baumwolle. Wir freuen uns einen Keks!

Nachhaltigkeitsblog_Bambustuecher_Abschminktuecher_Backpapier

Bei den Bambustüchern waren wir – allen voran Freddy – sehr skeptisch. Wir haben vor einiger Zeit schon mal mit den Bambustüchern geliebäugelt, allerdings hat Freddy dann schlechte Kritiken gelesen. Der Tenor war, dass sie lange nicht so haltbar seien, wie angegeben. Sie würden zudem schnell zerfleddern. Mittlerweile nutzen wir sie seit zwei Monaten und sind sehr zufrieden damit. Die Abschminktücher sind ebenfalls gut und die Dauer-Back-Trennfolie begeistert uns nicht so doll, ist aber in Ordnung. Dazu aber mehr in einem separaten, ausführlicheren Beitrag demnächst.

Wie wechseln jedes Jahr den Stromanbieter. In diesem Jahr wollten wir komplett auf Öko-Strom umsteigen. Auf der Messe stießen wir auf den Anbieter Lichtblick. Das Angebot ist sehr fair und nicht wirklich viel teurer als herkömmlicher Strom. Ab August werden wir also Ökostrom beziehen.

Ansonsten kaufen wir weiterhin viel bewusster. Während wir früher beispielsweise Shampoos kauften, weil sie gut riechten und sie testen wollten, haben wir heute unser Shampoo, dass wir immer nutzen und neukaufen, wenn wir es brauchen. Ich (Jani) nutze sowieso fast ausschließlich Wimperntusche und Kajalstift. Bei diesen Produkten und auch beim Shampoo bin ich auf Naturprodukte umgestiegen. Bei meinen Gesichtscremes ist das auf Grund einer Hauterkrankung leider nicht möglich. Aber da ich da sowieso nur alle 3 bis 4 Monate eine Packung kaufe, ist das nicht dramatisch. Wir verbrauchen wesentlich weniger Plastikmüll, als noch vor Monaten.

Immer noch kochen wir zu Hause frisch und nehmen Essen und Getränke unterwegs mit. Das spart Geld und Müll.

Das haben wir bereits geändert

Altes Produkt Verändert in
Einweg-Haushaltstücher aus Papier NEU Wiederverwehrtbare Haushaltstücher aus Bambus
Backpapier NEU Dauer-Back-Trennfolie
Einweg-Abschminkpads NEU Abschminkpads aus Bio-Baumwolle
Abgepackter Tee in Teebeuteln losen Tee
Für unterwegs: Trinkflaschen aus Plastik Trinkflaschen aus Metall
Spültücher aus Microfaser Baumwolltücher
Frischhaltefolie Bienenwachstücher
Wegwerfbinden Stoffbinden und Menstruationstassen
Einmal-Taschentücher Stofftaschentücher
Plastikzahnbürsten Bambuszahnbürsten
Putzmittel in Plastikverpackungen mit diversen umweltschädlichen Zusatzstoffen und viel Chemie DIY natürliches Putzmittel/Reinigungsmittel selber machen
Badezusatz mit Zusatzstoffen in Plastikverpackungen Badepralinen
Gefrierbeutel zum Einfrieren von Brot und Essen Baumwolltaschen und Gläser
Bodylotion mit chemischen Zusätzen in Plastikverpackungen DIY Körperbutter und Bodylotion
Wasser in Plastikflaschen Sodaclub

Das wollen wir noch ändern

Manche Dinge wollen wir erst noch aufbrauchen und dann auf Ökovarianten wechseln. Alles andere ist für uns nicht nachhaltig.

altes Produkt Verändern in
gekauftes Spülmittel selbstgemachtes Spülmittel -> z. Zt. wieder gekauftes Frosch Spülmittel wegen mangelnder Zufriedenheit beim selbstgemachten Spülmittel
Spülbürsten aus Plastik Spülbürsten aus Holz, wenn wir neue brauchen
Brotdosen aus Kunststoff wenn kaputt, Brotdosen aus Metall
Shampoo in Plastikflaschen unverpacktes, festes Shampoo
Sodaclubflaschen aus Plastik Sodaclubflaschen aus Glas, wenn die alten kaputt sind
WC-Tabs mit Chemikalien selbstgemachte WC-Tabs

Unser Konsum

Auch unser Einkauf sieht anders aus. Wir kaufen nur noch das, was wir brauchen und auch aufbrauchen. Lebensmittel werden bei uns fast nicht mehr schlecht. Ein bisschen Optimierungsbedarf gibt es noch, aber wir sind auf einem guten Weg.

Ganz auf den Konsum zu verzichten, haben wir nicht geschafft. Da wir innerhalb weniger Wochen beide Geburtstag haben, unser Jahrestag und auch unser Hochzeitstag ist, haben wir uns unsere langersehnte Holzbank geschenkt. Dies war aber ein bewusster Kauf, den wir schon seit vielen Monaten geplant haben. Ebenfalls habe ich mir eine Holzdeko gekauft, weil ich sie so unglaublich schön finde und sie perfekt für unsere kahle Ecke ist (die Plastikpflanze hatte ich noch und ist nicht neu).

skandinavische_Deko

Freddy hat es bislang fast ein Jahr lang geschafft, nicht ein neues oder gebrauchtes Kleidungsstück zu kaufen. Respekt! Ich habe mir zwischendurch gebrauchte Kleidung gekauft, wenn etwas kaputt ging und nicht mehr zu reparieren war. Da ich halt nur 58 Teile im Kleiderschrank habe, müssen defekte Kleidungsstücke ersetzt werden. Und eine neue Leinenhose habe ich mir für die Arbeit für warme Tage gekauft, die brauchte ich. Meine andere Hose passte mir nicht mehr und rutschte mir vom Hintern. Meine   Capsule Wardrobe hat immer noch die gleiche Anzahl an Kleidungsstücken. ❤ Und mir fehlt da nichts. Es ist weiterhin so viel einfacher mit der Kleidungsauswahl, einfach super. Irgendwie haben wir auch überhaupt keine Lust auf Shoppen und neue Kleidung. Wir sind mit dem zufrieden, was wir haben. Bei der Kleidung achten wir mittlerweile auch darauf, dass sie aus Baumwolle ist und nichts an Polyester etc. enthält, auch, wenn wir gebrauchte Kleidung für unsere Quatschtröte kaufen. Die findet das übrigens immer noch ziemlich cool (während unsere Teenietochter uns für zu öko hält 😉 ).
Ah und ich habe mir neue Turnschuhe gekauft. Schuhe werde ich niemals gebraucht kaufen. Aber tatsächlich habe ich dauerhaft Rückenschmerzen gehabt und konnte immer weniger laufen. Ich brauchte gepolsterte Turnschuhe und seitdem sind auch meine Rückenschmerzen weg. Die alten Turnschuhe habe ich dann aussortiert.

Trotzdem zeigt sich ganz deutlich, dass wir unser Konsumverhalten deutlich verändert haben. Wir kaufen fast nichts mehr ausser der Reihe und wenn, dann wirklich überlegt (siehe Bank, Holzdeko, Turnschuhe).

Unser Motto ist: Zuerst schauen, was wir noch haben und nutzen können. Ansonsten versuchen wir es selber zu machen oder zu leihen oder – wenn man es häufiger braucht – gebraucht kaufen. Geht das alles nicht, wird erst neu gekauft. Aber auch nur, wenn wir es wirklich brauchen. Häufig schlafen wir auch ein paar Nächte darüber und dann erledigen sich viele Dinge von alleine.

Was ich persönlich gemerkt habe ist, dass ich gar nicht mehr gut in die Stadt gehen kann. Ich mag es einfach nicht mehr. Und Turnschuhe zu kaufen war eine Qual für mich. Denn ich ging immer mit dem Gedanken „Machen sie mich glücklich?“ und „Muss das wirklich sein?“ durch die Stadt. Ja, sie mussten zwingend sein. Aber dann mussten es auch die perfekten Turnschuhe für mich sein und nicht irgendwelche, die ich vielleicht nach ein paar Monaten nicht mehr mag oder schnell kaputt gehen. Ich möchte ja nicht doppelt und dreifach kaufen. Zudem sollten sie zu jedem (!) meiner Outfits passen. Das war ein Drama in mehreren Akten. 😉 Aber bislang bereue ich nichts und bin sehr glücklich mit meinen Turnschuhen. Die lange Suche, auch wenn sie echt nervig war, hat sich gelohnt.

Wir sind im April auch erstmalig mit dem Zug in den Urlaub gefahren. Diese ewigen Verspätungen fand ich als anstrengend, aber ansonsten war es angenehmer als gedacht. Wir versuchen weiterhin das Auto so oft wie möglich sehen zu lassen und dafür das Fahrrad, Bus oder Bahn zu nutzen.

Sparen – Wir kommen unseren Zielen immer näher

Wir konnten durch den bewussten Einkauf einiges an Geld sparen. Wir kommen unseren Zielen immer näher! Wenn du mehr darüber wissen möchtest, empfehlen wir dir diesen Beitrag: Fazit unserer Ziele 2018 und neue Ziele für 2019.

Minimalismus und Entschleunigung

Wir sind auch viel im Garten, im Wald oder machen längere Radtouren. Wir haben hier in der Gegend so wunderbare Ecken entdeckt, unglaublich schön! Unsere Naturverbundenheit ist stark gewachsen. Auch unser Garten ist mittlerweile richtig grün und bunt und ein kleines Paradies für Schmetterlinge und Bienen. ❤

Irgendwie sind wir auch zur Ruhe gekommen. Wir haben viel in unserem Leben verändert. Wir machen Dinge jetzt nicht mehr aus einen Pflichtgefühl heraus, sondern nur, wenn wir es wirklich wollen und es uns gut tut. Natürlich gibt es auch Pflichten, die wir zu erledigen haben, die sind damit nicht gemeint. 😉 Wir führen ein viel ruhigeres und entspannteres Leben. Dazu wird es aber auch noch mal einen extra Beitrag geben.

Ja, das war die Zusammenfassung der letzten Wochen. Jetzt geht das Experiment nicht mehr lang und ist bald geschafft. 🙂

Lieben Gruß,
Jani & Freddy

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