Nachdenkliches, Nachhaltigkeit
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Plastikatlas 2019 – Zahlen & Fakten zum Plastikwahn

Wusstest du, dass…

  • … Plastik ein Abfallprodukt der chemischen Industrie ist?
  • … zwischen 1950 und 2015 weltweit 8,3 Milliarden Tonnen Plastik produziert wurden, von denen weniger als zehn Prozent recycelt wurden?
  • Coca Cola 1978 die Glasflasche durch eine Plastikfalsche ersetzte und dadurch eine eine neue Ära einleitete?
  • … von Plastik viele gesundheitsschädliche Risiken ausgehen?
  • … die Böden und Binnengewässern je nach Umgebung zwischen vier- und 23-mal so viel durch Plastik verschmutzt sind, als die Meere?
  • … die Landwirtschaft jährlich ca. 6,5 Millionen Tonnen Plastik nutzt?
  • … viele Kleidungsstücke aus Chemiefasern wie Polyester hergestellt werden, dessen  Grundstoff Erdöl oder Gas sind?
  • … Deutschland 2017 nur 15,6 Prozent des angefallenen Plastiks recycelt hat und der drittgrößte Exporteur von Plastikmüll ist? Schlimmer sind nur die USA und Japan (Plastikatlas 2019, S. 8, 9).

Nein? Das wusstest du nicht? Dann ist dieser Beitrag vielleicht genau richtig für dich. Da wir uns immer wieder tiefergehend mit verschiedenen Themen beschäftigen (schau beispielsweise diese Beiträge an Hör auf Fleisch zu essen! Fakten zum Klimawandel und Fleischkonsum oder Dokumentation über die sozialen und umweltbezogenen Auswirkungen der Kleidungsherstellung: The True Cost) lag uns auch ein Faktenbeitrag zum Plastikthema sehr am Herzen. Im Rahmen unserer Recherche sind wir auf den Plastikatlas gestoßen, der die Heinrich-Böll-Stiftung im Juni 2019 in Zusammenarbeit mit dem BUND herausgebracht hat. In 19 Kapiteln wird erklärt, welche Rolle Plastik in unserer Welt spielt und was der Plastikwahn für Auswirkungen auf unseren Planeten hat. Uns haben die Fakten erschrocken und wir sind gespannt, was du dazu sagen wirst. Unser Beitrag ist natürlich nicht abschließend und nur ein Auszug. Wir möchten ihn dir jedenfalls sehr ans Herz legen, ihn einmal zu lesen.

Mehr und mehr Plastik überall

Irgendwo haben wir es alle schon einmal gehört oder gelesen: Plastikpartikel befinden sich überall, in unserer Atemluft, im Trinkwasser und auch im Boden. Hinzu kommen noch die bei der Herstellung verwendeten giftigen Chemikalien, die unsere Gesundheit gefährden: Sie können unser Immunsystem, Reproduktionssystem, Leber und Nieren schädigen und sogar Krebs auslösen. Viele Regierungen versuchen den Plastikverbrauch zu regulieren und setzen Verbote ein. Und trotzdem steigt die Plastikproduktion weiter. Jährlich werden weltweit über 400 Millionen Tonnen Plastik hergestellt. Alleine in den USA wird die Plastikproduktion in den nächsten Jahren um 30 Prozent steigen. Das bedeutet auch, dass die klimaschädlichen Emissionen ebenfalls steigen werden, da 99 Prozent des Plastiks aus fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas hergestellt werden.

Aber was genau ist Plastik eigentlich?

Plastik ist ein Oberbegriff für verschiedene Kunststoffe. Organische Rohstoffe wie Erdgas und Erdöl werden durch chemische Reaktionen (Polymerisation) zu weichen, harten, transparenten, undurchsichtigen, festen oder flexiblen Kunststoffen verarbeitet. 1912 wurde der Kunststoff Polyvinylchlorid, auch bekannt als PVC oder Vinyl, entdeckt. Bis etwa 1950 war dieser Kunststoff aber recht unbekannt. Als dann entdeckt wurde, dass aus dem bei der Produktion von Natronlauge entstehenden Abfallprodukt Chlor günstig PVC produziert werden kann, begann die massenhafte Verbreitung. So war es möglich, aus Abfall noch massenhaft Gewinn zu machen. Neben PVC sind auch Polyethylen und Polypropylen bekannte Kunststoffe. Polyethylen wird für Getränkeflaschen, Einkaufstüten oder Lebensmittelbehälter, Polypropylen für Alltagsprodukte wie Verpackungen, Kindersitze oder Rohre genutzt. Die folgende Grafik veranschaulicht die unterschiedlichen Einsatzgebiete:

Plastikkreisel__Plastikatlas

Der Plastik-Kreisel (c) PLASTIKATLAS

Damit Plastik flexibler und langlebiger wird, werden Weichmacher, Flammschutzmittel oder Farbstoffe hinzugefügt, die aus dem Material austreten und daher in Wasser oder Luft übergehen können. Wir nehmen diese Partikel dann in unserem Körper auf unterschiedlichsten Wegen auf.

Die gesundheitlichen Folgen & der Gender-Aspekt

Insbesondere die Chemikalien, die unseren körpereigenen Hormonen ähneln, bringen unser Hormonsystem ganz schön durcheinander. Die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen und Folgen können Brust- oder Hodenkrebs, verminderte Fruchtbarkeit, Fettleibigkeit, Allergien, Diabetes, neurologische Erkrankungen, verfügte Pubertät oder angeborene Fehlbildungen wie Hodenhochstand oder Hypospadien, sein.

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gesundheitliche Folgen von Plastik (c) PLASTIKATLAS

Es gibt biologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen in der Aufnahme von Giftstoffen. Frauen zum Beispiel reichern auf Grund ihres höheren Körperfettanteil mehr fettlösliche Chemikalien wie Phthalat-Weichmacher an. Pubertät, Stillzeit, Menopause und Schwangerschaft stellen dabei besonders sensible Zeiten dar.
Aber auch durch die Menstruation sind Frauen von Plastik betroffen, wenn sie herkömmliche Hygieneartikel benutzen: Tampons bestehen bis zu sechs Prozent, Binden bis zu 90 Prozent aus rohölbasiertem Kunststoff. Beide können die hormonell wirksamen Stoffe Bisphenol A (BPA) und Bisphenol S (BPS) beinhalten. Eine tolle Alternative dazu sind Menstruationstassen und Stoffbinden. Aber auch in vielen Kosmetika und Reinigungsmitteln steckt Mikroplastik, was über die Haut in den Körper gelangt.

1970er Jahre – eine Wegwerfgesellschaft wurde geboren

Das kennst du vielleicht noch von deinen Großeltern: Jeglicher Besitz wurde gehegt und gepflegt und bis zum Ende genutzt. Durch  die Etablierung von Kunststoff hat sich das total verändert und uns zu einer Wegwerfgesellschaft geführt.

Bis weit in das zwanzigste Jahrhundert hinein waren Produkte noch auf Haltbarkeit und eine dauerhafte Benutzung ausgelegt. Die Läden verkaufen ihre Lebensmittel und Getränke in großen Mengen zum Selbstabfüllen. Verpackungen  und Flaschen konnten weiterbenutzt oder zurückgegeben werden (Plastikatlas 2019, S. 6, 12).

Daran hat auch Coca Cola 1978 mit ihrer Aktion Glasflaschen durch Einwegflaschen zu ersetzen, massiv beigetragen. Coca Cola gab damit quasi den Startschuss für eine Massenverbreitung von Einwegartikeln. Bis Ende der 1980er Jahre waren fast alle Glasflaschen durch Plastikflaschen ersetzt. Es setzte ein Boom ein, der bis heute anhält und weiter wächst.
Die weiten Wege zwischen Herstellungsort und Verkauf machen es unmöglich und zugleich sehr teuer, Verpackungen an den Hersteller zurückzugeben. Bereits in den 1960er Jahren haben Coca Cola und andere Marken sich gegen ein Pfandgesetz, dass sie dazu verpflichtet hätte ihre Plastikflaschen zurückzunehmen, gewehrt. So ist ein Überangebot aus Einwegverpackungen wesentlich einfacher und günstiger.

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Die größten Plastikverschmutzer (c) PLASTIKATLAS

Ein Wohlstandsproblem

Der seit Jahrzehnten zunehmende Plastikwahn läuft parallel zu unserem heutigen schnellen Lebenswandel. Alles muss schnell gehen, Menschen haben kaum noch Zeit, Dinge sollen immer verfügbar sein. Einwegprodukte wie Tüten, Besteck, Flaschen und Becher sind schnell zu haben und leicht wegzuwerfen, weshalb sie für die Mehrzahl der Menschen zum Alltag gehören.
Im Ernährungsreport 2019 gaben 48 Prozent der Befragten an, dass ihnen eine schnelle und einfache Zubereitung ihrer Mahlzeiten wichtig ist. Natürlich reagiert die Lebensmittelindustrie mit einem großen Angebot an Fertiggerichten und kleineren Verpackungsgrößen für Ein- und Zwei-Personenhaushalte. Zwar sparen die Menschen dadurch Zeit, produzieren auf der anderen Seite jedoch Berge von Plastikmüll. Diese Kleinstportionierung führt zu einem absoluten Missverhältnis zwischen Verpackung und Inhalt. Der der Verbrauch wird massiv gesteigert und der Profit für die Unternehmen erhöht. 2018 wurden alleine für Essen und Getränke mehr als 1,13 Billionen Verpackungen verwendet. Diese Waage kann sich nicht halten. Unsere Schnelllebigkeit und Wegwerfmentalität sind weder für uns Menschen, noch für die Umwelt gesund. Das das nicht auf Dauer gutgehen kann, dürfte uns allen klar sein und die Folgen spüren wir schon hautnah.

Es gibt auch einen direkten Zusammenhang zwischen Plastikmüll und Wohlstand. Die Menge an produziertem Müll steigt mit zunehmendem Wohlstand.

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Zusammenhang zwischen Wohlstand und Müll (c) PLASTIKATLAS

Seit Anfang der 2000er Jahre ist innerhalb eines Jahrzehnts mehr Plastik produziert worden, als in den 40 Jahren zuvor.

Und auch wenn diese Zahlen dramatisch sind, sollten wir aber noch einen differenzierten Blick auf Plastik werfen. Plastik ist nicht per se zu verurteilen. Es hat auch wesentlichen Beitrag daran geleistet, dass wir uns so entwickeln konnte, wie bisher. Nach dem zweiten Weltkrieg wäre das Wirtschaftswachstum ohne Kunststoffe nicht möglich gewesen. Es konnte sich ein Wohlstand entwickeln, der bis dato undenkbar gewesen ist. Auch im Bausektor (Gebäude, Fahrzeug, Flugzeug, Zügen, Schiffen) wird Plastik eingesetzt und hält viele Jahrzehnte, da es so widerstandsfähig ist. Dadurch lassen sich oft Wartungsarbeiten, Energie und Kosten sparen. Der Bausektor stellt dabei auch nicht das wirkliche Problem dar. Das Problem sind die Einwegverpackungen und die kurze Nutzungsdauer vieler Plastikprodukte. Ein To-Go-Becher wird im Durchschnitt etwa 15 Minuten genutzt, benötigt aber Jahrzehnte bis Jahrhunderte, um abgebaut zu werden. 40 Prozent aller Plastikprodukte landen spätestens nach einem Monat im Müll.

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(c) PLASTIKATLAS

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Nutzungsdauer von Plastik (c) PLASTIKATLAS

Eine globale Ungerechtigkeit

Seit 1950 wurden 8,3 Milliarden Tonnen Plastik produziert. China, Nordamerika und Westeuropa gehören zu dem am meisten produzierenden und konsumierenden Ländern. Deutschland steht auf dem ersten Platz der größten europäischen Plastikproduzenten. Andere Länder, insbesondere im asiatischen Raum, werden von den Plastikmüllmassen zugeschwemmt und erdrückt – weil wir keine Ahnung haben, wie wir die Massen vernünftig recyceln können.

2016 verursachten die Deutschen rund 38 Kilogramm Plastikverpackungsabfälle pro Kopf. Nur in Luxemburg (50,5), Irland (46,2) und Estland (42,2) ist der Verbrauch noch höher (Plastikatlas, S. 13)

In Entwicklungsländern gehören Mülldeponien zu den wichtigsten Einkommensquellen. Insbesondere für Frauen und Kinder aus den ärmsten Bevölkerungsschichten ist die Suche nach Verwertbarem aus Plastik- und Elektromüll oft das einzige Familieneinkommen. Der Arbeitsplatz ist hochgiftig, weil beim Verbrennen und Sortieren vom Müll hochgiftige Dioxine entstehen, die schädlich für die Fortpflanzung sind, den Fötus schädigen und Krebs verursachen können.

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Plastikmüll in der EU (c) PLASTIKATLAS

Ganz besonders betroffen von dem Plastikwahn sind die Regionen auf der Welt, in denen Menschen nicht ausreichend Trinkwasser zur Verfügung haben. Sie sind auf Wasser in Plastikflaschen angewiesen. Da sie aber kein vernünftig funktionierendes Müllsystem haben, werden sie von Plastikmüll überflutet. Wirtschaftlich betrachtet, gibt es keinen Anreiz den Müll zu sammeln und umweltgerecht zu entsorgen.

Mikroplastik im Boden?

Worüber wir persönlich noch nie nachgedacht haben, ist die Kontamination der Böden mit Mikroplastik direkt bei uns vor der Nase. Bewässerungsanlagen, Gewächshäuser und Tunnel sind aus Plastik, Obstbäume und Sträucher werden mit Plastik gegen Vögel geschützt, ganze Felder mit Plastik bedeckt, damit die Ernte schneller reif wird. Dadurch gelangt Mikroplastik in die Böden und in die Nutztiere, so dass wir es über die Lebensmittel aufnehmen. Die Landwirtschaft in der EU liegt beim Plastikverbrauch auf Platz sechs, weltweit sind es pro Jahr 6,5 Millionen Tonnen.

Von den jährlich weltweit 400 Millionen Tonnen produzierten Tonnen Plastik, landen geschätzt etwa ein Drittel in Böden und Binnengewässern, so dass die Verschmutzung durch Mikroplastik zwischen vier- und 23-mal höher ist, als im Meer.

Durch Klärschlamm, der durch die Reinigung von Abwässern entsteht, landen jährlich hunderttausende Tonnen Mikroplastik in den Böden. Ein Drittel des kommunalen Klärschlamms finden wir als Düngemittel auf den Äckern.

Zehn Millionen Tonnen Plastikmüll gelangen jährlich in die Meere.

Der Eintrag von Müll in unsere Ozeane hat vielfältige Quellen. Im Mittelmeer kommt der Hauptanteil des Plastiks beispielsweise aus dem küstennahen Tourismus. In der Nordsee sind 40 Prozent des Mülleintrags auf die maritime Industrie, die Schifffahrt und besonders die Fischerei zurückzuführen. An der Ostsee stammt der Großteil von den Touristinnen und Touristen an den Ständen; Schifffahrt, Fischerei und Offshore-Plattformen spielen eine eher untergeordnete Rolle (Plastikatlas, S. 28)

Plastik ist für die Meereslebewesen hochgefährlich. Sie verheddern sich in Plastikteilen oder verwechseln Plastik mit Müll.

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Müll in den Weltmeeren (c) PLASTIKATLAS

Vögelnester sind mit Kunststoff ausgekleidet, Vögel und Meerestiere verstricken sich immer wieder mit Plastik und haben Plastik im Magen. Dadurch sterben sie qualvoll, oft verhungern sie mit vollem Magen.

Bio-Plastik ist auch keine Lösung

Auch wir sind schon oft auf Bio-Plastik gestoßen und haben das für eine gute Alternative gehalten. Bis jetzt.
Zwischen 20 und 100 Prozent werden in die Herstellung konventioneller Plastikprodukte eingespeist. Das macht derzeit etwa 1 Prozent aus. Bio-Plastik wird aus nachwachsenden Rohstoffen wie Zuckerrohr, Kartoffeln oder Mais gewonnen. Meist wird Zuckerrohr in Brasilien angebaut. Hier werden in der Herstellung massiv Pestizide eingesetzt, die gravierende Folgen für Mensch und Natur haben. Manche dieser Pestizide sind sogar in der EU verboten. Die Menschen in Brasilien arbeiten für Niedriglöhnen, so dass die Armut dort in den Anbauregionen weiter gefördert wird.

Wir haben heute schon ein Problem mit Artensterben und mangelnden Anbauflächen für Agrarprodukte. Wird jetzt Bio-Plastik weiter ausgebaut, müssen mehr Kartoffeln und Mais angebaut werden. Das wird in einigen Regionen zu Wasserknappheit, Artensterben, Wüstenbildungen und zum Verlust natürlicher Lebensräume führen.

Auch ist der Abbauprozess nicht umweltfreundlich. Die meisten abbaubaren Kunststoffe landen zum Großteil in Europa in Verbrennungsanlagen. Auch die angeblich positive Ökobilanz wird zunichte gemacht, da Böden und Gewässer versauert und überdüngt werden.

Plastik in der Kleidung

Hinter Polyamid, Polyester, Acryl und Nylon verstecken sich synthetische Plastikfasern, aus die viele unserer Kleidungsstücke bestehen. Fast 70 Prozent aller weltweit hergestellten Fasern waren 2017 synthetische Chemiefasern, wovon Polyester mit 80 Prozent den größten Anteil ausmacht.

Textilien – Industrietextilien inklusive – machen damit einen Anteil von 15 Prozent bei der jährlichen globalen Plastikproduktion aus (Plastikatlas, S. 23)

Die Textilindustrie gehört zu den größten industriellen Verschmutzen von Grundwasser, Flüssen und Meeren. In der Kleidungsherstellung werden zwischen 20.000 und 40.000 verschiedene, teilweise krebserregende, allergieauslösende, erbgut- und hormonsystemverändernde und sich negativ auf die Fortpflanzungsfähigkeit auswirkende Chemikalien eingesetzt. Sie schaden den Arbeiter*innen sowie Anwohner*innen von Produktionsstätten und Abwasserströmen. Viele Arbeiter*innen leiden unter arbeitsbedingten Krankheiten und an Folgen wie Brustkrebs oder Leukämie durch die intensive Arbeit mit Chemikalien.

Wenn wir synthetische Kleidung waschen, gelangt dadurch Mikroplastik in die Umwelt.

Die Studienergebnisse zu den Mengen der Partikel reichen von sechs Millionen Mikrofasern pro Waschgang von fünf Kilogramm bis zu 250 000 bei der Wäsche von nur einer Fleexejacke (Plastikatlas, S. 22).

Darüber, wie sich Mikroplastik tatsächlich auf den Körper auswirkt, ist bisher noch weniger bekannt. Mikroplastik zieht jedoch andere Schadstoffe magnetisch an.

Wir selber tragen mit die Verantwortung dafür. Durch Fast Fashion werden Kleidungsstücke nicht mehr aufgetragen, sondern achtlos weggeworfen oder achtlos im Schrank liegen gelassen. 64 Prozent der tragbaren Kleidung landet im Müll. Ein weiteres Problem ist, dass ein Haufen Kleidungsstücke in Müllverbrennungsanlagen verbrannt und ein Großteil der Kleidung in Entwicklungsländer exportiert wird. Dort zerstört die ausländische Ware den hiesigen Markt. Mehr dazu kannst du in unserem separaten Beitrag über Fast Fashion lesen: Dokumentation über die sozialen und umweltbezogenen Auswirkungen der Kleidungsherstellung: The True Cost

Und nun?

Man muss nur begin­nen, in Frage zu stellen, was scheinbar schon immer so war. (Plastikatlas, S. 47).

Genau, wir müssen Umdenken. Wir alle. Nur gemeinsam sind wie viele. Und wenn wir uns einmal ein bisschen umsehen, sehen wir bei einigen Menschen schon ein Umdenken. Es gibt Initiativen, ehrenamtliche Organisationen, Demonstrationen, Unverpacktläden und immer mehr Menschen die versuchen, nur wenig oder gar keinen Müll zu verursachen.

Wir müssen das Problem an der Wurzel packen. Auf Unterstützung oder Veränderungen im Denken der plastikproduzierenden Unternehmen können wir auf Grund ihres Profitdenkens nicht zählen. Das bedeutet, dass wir es in der Hand haben und handeln müssen. Wir können alle versuchen, minimalistischer und nachhaltiger zu leben und Kleidung aufzutragen und nicht jedem Trend zu folgen (–> Meine Capsule Wardrobe – mehr Minimalismus im Kleiderschrank).

Auch wird langsam der Druck auf die Politik größer. Erste Verbote und Gebühren werden eingeführt. Aber dennoch sehen wir, dass sich was tut, auch wenn es noch ein sehr langer Weg sein wird, weil alles sehr langsam vorangeht.

Du selbst kannst deinen eigenen Beitrag leisten. Auf unserem Blog findest du ein paar erste Ideen und wenn du dich im Netz weiter umschaust, wirst du viele weitere tolle und inspirierende Ideen finden. Mach mit! Verändere dein Denken und dein Handeln. Werde aktiv!

Wir möchten dir den Plastikatlas wärmstens ans Herz legen. Er hat unsere Sicht auf Plastik noch einmal grundlegend verändert.

Ganz lieben Gruß,
Jani & Freddy

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