Kleingärtnern/Selbstversorgung
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Wir gehen unter die Kleingärtner: Hochbeet und Komposter anlegen

Schon lange träumen wir davon, unser eigenes Gemüse anzupflanzen. Diesen Sommer haben wir unseren Traum realisiert, uns ein Hochbeet gebaut und einen Komposter angelegt. Unsere Ziele sind es, die Biomülltonne abzuschaffen und unser Gemüse weitestgehend selbst anzubauen. Wir sind schon voller Vorfreude!

Ein Hochbeet kann man aus verschiedenen Materialien wie Stein, Kunstoff, Metall oder Holz bauen. Wir haben uns für Holz entschieden. Zunächst haben wir für den Bau geschaut, ob wir noch Holz haben, das wir dafür verwerten können. Davon hatten wir aber nicht mehr ausreichend, weil wir das schon in den letzten Monaten verbraucht haben, u.a. durch den Bau von Blumenkästen. Dann rechneten wir durch wie teuer es wäre, wenn wir Holz neukaufen und daraus ein Hochbeet bauen würden  – wobei wir das ungern wollten, weil wir lieber vorhandene Ressourcen nutzen wollten. Also schauten wir auch beim großen Kleinanzeigenanbieter, ob wir dort fündig werden. Und das hat geklappt. Wir haben gebrauchte Palettenrahmen gefunden, die von der Größe her genau passen und sich ideal für ein Hochbeet eignen. Sie sind sehr stabil und robust, schließlich müssen sie ja auf Paletten viel aushalten.

Hochbeet_bauen_Palettenumrahmung_DIY

Beim Komposter haben wir uns bereits im Vorfeld für einen Holzkomposter entschieden. Den mussten wir neu kaufen, weil wir nur gebrauchte Plastikkomposter gefunden haben. Das ist schade, leider nicht zu ändern und war auch zu erwarten. Schließlich vergammelt das Holz beim Holzkomposter auch mit der Zeit.

Hochbeet

Ein Hochbeet hat viele Vorteile: Durch die höhere Lage ist die Arbeitshaltung bequemer,  das Gemüse kann durch die Sonne besser gewärmt werden und mehr Licht erhalten, wodurch die Bodentemperatur höher ist, als bei einem ebenerdigen Beet. Das hat den Vorteil, dass die erhöhte Wärme das Gemüse schneller reifen und früher ernten lässt. Zudem besteht die Möglichkeit, schnell verrottende Gartenabfälle einzuarbeiten, wodurch der Boden gedüngt wird und ein fruchtbarer Boden entsteht. Die Mischkultur fördert das Pflanzenwachstum und schützt vor starkem Schädlingsbefall.
Umgegraben werden muss die Erde im Hochbeet nicht und die Pflanzenreihen können enger zusammenliegen. Die Ernte fällt meist reichlich aus.
In den Sommermonaten muss das Hochbeet übermäßig viel gegossen werden, da es sonst austrocknen kann. So viel zur Theorie. 🙂

Das Füllmaterial verrottet nach und nach und fällt nach einiger Zeit in sich zusammen. Dadurch kann aber jedes Jahr das Hochbeet mit neuem Kompost aufgefüllt werden. Hierdurch verliert die Fruchtfolge, die ansonsten berücksichtigt werden muss, ihre Bedeutung. Wenn du das Hochbeet nicht jährlich mit frischem Kompost auffüllst, ist die Fruchtfolge zwingend einzuhalten. Wie gut, dass wir gleichzeitig einen Kompost angelegt haben. 😉

Unser Vorgehen

Zunächst haben wir intensiv überlegt, wo das Hochbeet stehen soll. Ideal ist eine Nord-Süd-Ausrichtung. Wir haben einen Südgarten und die Sonne über den Tag beobachtet, wo sie die meiste Zeit steht. Und das passte genau mit unserem Wunschstandort überein, die Lichtverhältnisse sind optimal.
In einem zweiten Schritt haben wir uns Gedanken über die Größe gemacht und für ein Hochbett mit einer Länge von 2,40 m, einer Tiefe von 80 cm und einer Höhe von 80 cm entschieden.

An dem untersten Setzkasten wurde am Boden ein feines Drahtgitter befestigt, damit sich keine Wühlmäuse oder andere Schädling in das Beet einfressen. Die Wände des Hochbeets haben wir von innen mit einer Teichfolie versehen. Beides wurde zur Befestigung getackert. Von außen wurde das Holz mit einer Holzschutzfarbe gestrichen.

hochbeet_bauen_drahtgeflecht.jpg

Das Hochbeet wird mit fünf verschiedenen Schichten mit einer Hohe von je 25 bis 40 cm, je nach Höhe des Hochbeets, gefüllt:

  1. Drainage: Die kann aus Kies, Hydrokultur, Blähton, Tonscherben oder Baum- und Strauchschnitte bestehen. Wir haben ganz viele grobe Äste gesammelt und diese auf der Erde verteilt.
  2. Die zweite Schicht besteht aus Hecken- und Baumschnitt. Da nutzen wir unsere Gartenabfälle und die unseres Nachbarn.
  3. Die dritte Schicht wird schon etwas feiner. Hier wird gehäckselter Strauchschnitt, kleine dünne Ästchen und eine dünne Schicht Erde in das Hochbeet gegeben.
  4. Die vierte Schicht enthält feine Gartenabfälle wie Grünschnitt und Laub, was mit Erde gemischt wird.
  5. Die letzte Schicht ist Erde. Die untere Schicht besteht aus Gartenerde, die nächste aus Kompost (wenn vorhanden) und die letzte Schicht aus Blumen- oder Muttererde. Wenn du deine Erde im Baumarkt kaufst, dann am besten ein Gemisch aus Garten- und Blumenerde.

Die ideale Bauzeit für ein Hochbeet ist der Herbst. Warum? Weil du die Gartenabfälle, die sowieso im Herbst anfallen, gut für das Hochbeet nutzen kannst. 🙂 Yeah! Durch diese gemischte Füllung entstehen durch die Verrottung viele wertvolle Nährstoffe, so dass man auf Dünger verzichten kann.

Unsere sieben Tipps zum Anlegen deines Hochbeets

  1. Beobachte die Sonne in deinem Garten und wähle einen geeigneten Platz aus.
  2. Das Hochbeet sollte in Nord-Süd-Richtung gebaut werden, um so den Lauf der Sonne gut zu nutzen.
  3. Ermittle die passende Größe für dein Hochbeet.
  4. Bringe ein feines Drahtgeflecht am Boden an, um das Bett gegen Wühlmäuse und andere Schädlinge zu schützen.
  5. Befestige an den Innenseiten eine Teichfolie, um das Holz vor Fäulnis zu schützen.
  6. Streiche das Holz zum Schutz von außen.
  7. Befülle das Beet in den o.g. fünf verschiedenen Schichten: zuerst kleine Äste und Zweige, dann gehäckseltem Strauch und/oder Baumschnitt, weiter mit Grünschnitt, Laub und Kompost und zum Schluss Garten-/Blumenerde bzw. Muttererde.

Komposter

Zunächst, es gibt verschiedene Komposter, welcher der richtige für dich ist, musst du schauen:

  • Schnellkomposter sind günstig in der Anschaffung und schnell auf- und wieder abzubauen, bestehen aber aus Plastik. Das Fassungsvermögen sollte jedoch mindestens 200 Liter betragen, da die Verrottung sonst nicht richtig in Gang kommt.
  • Holzkomposter kann man selber bauen. Eine Abdeckung in besonders regenreichen Regionen ist durchaus sinnvoll. Idealerweise hat man mindestens zwei Kästen: einen den man befüllt und einen, in dem die Kompostierung stattfindet. Wenn aber nicht genügend Platz da ist, reicht auch einer. Zwei sind kein Muss.
  • Offene Komposthaufen sollten mindestens 1,20 x 80 cm groß und mehrer Meter lang sein. Das Material wird so geschichtet, dass die Seiten schräg abfallen. Offene Komposthaufen sind ideal für sehr große Gärten, in dem viel Material anfällt.

Wir haben uns, wie schon erwähnt, für einen Holzkomposter entschieden. Ob wir uns einen zweiten Komposter zulegen werden, bleibt noch offen. Wir starten erst einmal mit einem und schauen dann, was die Zeit so bringt.
Unsere Küchen- und Gartenabfälle wandern jetzt schön dorthin, um später unsere Beete mit der Erde zu ergänzen und jährlich unser Hochbeet damit zu befüllen, damit dort ausreichend Nährstoffe vorhanden sind (siehe oben). So ist zumindest unser Plan, mal sehen wie es dann wirklich im nächsten Jahr aussieht.

Komposter_Anlegen_Einsteiger.jpg

Der richtige Standort

Auch bei einem Komposter ist der Standort überaus wichtig. Ein Komposter darf nie in der prallen Sonne stehen und benötigt einen halbschattigen Platz. Er sollte mit der Schubkarre gut zu erreichen sein. Die Umrandung sollte fest, aber auf jeden Fall luftdurchlässig sein, damit der Inhalt beisammen bleibt und durch Wind nicht komplett durcheinander gewirbelt wird. Idealerweise lässt sich eine Seite des Komposters öffnen.
Der Komposter darf auch nicht auf Steinen stehen, sollte direkten Kontakt zum Erdboden haben, damit Regenwürmer und andere Bodenlebewesen schnell einziehen können und das Sickerwasser abfließen kann.

Was darf eigentlich alles auf den Komposter?

Kurz gesagt, alle organischen Abfälle wie Laub, Staudenreste, Rasenschnitt, Küchenabfälle, Holzhäcksel, reine Holzasche oder Teebeutel. Äste und Zweige sollten nur zerkleinert auf den Kompost gegeben werden.
Die Mikroorganismen, Regenwürmer und andere Bodenlebewesen zerkleinern die Abfälle und bauen ihn zu Humus um.

Gekochte Essensreste, Milchprodukte, Gebäck, Fleisch und Knochen sind absolut tabu für einen Komposter und können Ratten anlocken! Kranke Pflanzen und Wurzel- oder samentragende Unkräuter gehören ebenso wenig auf den Kompost, wie gespritzte Obstschalen, bunte Zeitschriften oder Kartonreste.

Rasenschnitt sollte vorher etwas getrocknet werden und anschließend nicht zu dick auf den Kompost gegeben werden, da sonst die Sauerstoffzufuhr unterbrochen und eine Temperatur von bis zu 100 Grad entstehen kann, wodurch der Kompost anfängt zu faulen und die Mikroorganismen, Regenwürmer und andere Bodenlebewesen absterben.

Auch Hobelspäne und Sägemehl sollten nur sparsam kompostiert werden, da dein Garten sonst von Drahtwürmern befallen werden kann.

Richtig schichten

Damit die Mikroorganismen ihre Arbeit aufnehmen können und der Kompost nicht fault, ist eine richtige Schichtung notwendig. Guten Kompost erkennst du übrigens daran, dass er wie Waldboden riecht. Riecht er faulig oder ekelhaft, stimmt etwas mit deinem Kompost nicht.

Die Schichten sollten sich in grüne Materialien (stickstoffreich) und braune Materialien (kohlenstoffreich) abwechseln.
Grüne Materialien sind Grasschnitt, Bio-Abfälle, Kaffe- und Teereste (ja, auch wenn sie braun sind gehören sie zu den grünen Materialien) und Eierschalen.
Braune Materialien sind Laub, Stroh, Äste, Zeitungsschnipsel und Kartonage sowie gehäckseltes Holz.
Größere Äste oder Heckenschnitt sollten vorher gut kleingeschnitten werden, damit sie schneller verrotten und die Bodenlebewesen die Materialien besser zersetzen können. Wir machen das einfach mit einer Gartenschere, das reicht aus.

Also merke: Nach jeder grünen Schicht folgt eine braune Schicht. Zwischendurch solltest du etwas Erde mit einarbeiten, damit richtige Mikroorganismen in den Komposthaufen gelangen und eine Grundlage verschiedener Bakterien gebildet werden kann.

Du startest am besten mit einer Schicht aus groben Material wie Ästen, Zweigen und Heckenschnitt. Diese Materialien wirken wie eine Drainage und es gibt kleine Zwischenräume, die ideal für die Sauerstoffanreicherung sind. Darauf baust du die weiteren Schichten auf.

Umsetzen

Die Temperatur steigt im Kompost zunächst schnell an, fällt aber auch wieder. Für eine optimale Verrottung ist Wärme jedoch notwenig. Nach etwa drei bis sechs Wochen sollte man den Kompost erstmalig umsetzen. Das bedeutet, dass die äußeren Schichten nach innen und die inneren Schichten nach außen gelangen. Hierdurch erhitzt sich der Kompost wieder, wodurch die Verrottung gleichmäßiger und auch schneller stattfinden kann. Idealerweise setzt du deinen Kompost regelmäßig alle zwei bis drei Wochen um.

Feuchtigkeit

Die Bodenorganismen benötigen für ihre Arbeit Feuchtigkeit. Ohne vertrocknen sie und die Verrottung stagniert. Zu nass darf der Komposthaufen jedoch auch nicht sein, da sonst kein Sauerstoff mehr ins Innere gelangt und dadurch verfault. Angemessen feucht ist der Kompost, wenn sich das Inneres des Haufens wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlt.

Achte am besten darauf, dass deine aufgeschichteten Materialien einen ausgeglichenen Feuchtigkeitsgehalt haben. Sollte dein Kompost zu trocken werden, kannst du ihn ab und an gießen. Ist er zu nass, musst du ihn umsetzen und trockenes Material und Erde unterheben. Wenn es sehr viel regnet, hilft eine Regenabdeckung.

Wann ist der Kompost fertig?

Es dauert meist zwischen sechs und zwölf Monate, je nach Zusammensetzung, bis die Kompostierung abgeschlossen ist. Im Winter passiert meist nicht viel. Du erkennst den fertigen Kompost daran, dass er wie Waldboden riecht.

Die beste Zeit und den Kompost auszubringen, ist das Frühjahr. Du kannst dann eine zwischen 1 und 2 cm dicke Schicht auf den Beeten verteilen und leicht einarbeiten oder eben in dein Hochbeet geben.

Ja, das ist bisher so das Wichtigste für uns. In den nächsten Wochen, Monaten und Jahren werden wir sicher noch gaaaaaaanz viel lernen und dich daran teilhaben lassen.

Eine weitere super Seite mit vielen Infos zum Gärtnern ist die von Wurzelwerk. Da haben wir auch viele Infos und Tipps her. Jetzt werden wir uns erst einmal weiter in das Thema einarbeiten und mal schauen, was auf uns zukommt.

Es ist sooooo spannend!

Lieben Gruß,
Jani & Freddy

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