Anbauen und ernten, Kleingärtnern/Selbstversorgung
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Tagebucheintrag #4: Kleingärtnern im April

In diesem Monat ist die Natur förmlich explodiert. Zur Freude für die Seele 🙂 , aber zum Leid der Allergiker. 😦 Wir konnten unserem Gemüse beim Sprießen und Wachsen zusehen, was unglaublich schön war und natürlich weiterhin auch ist. Es ist immer wieder ein Wunder. ❤ In Gärtnergruppen sehen wir immer wieder Fotos, auf denen mit einem Mal viele Salate oder anderes Gemüse fertig sind. Das hat uns ganz schön irritiert, denn wer isst so viel auf einmal? Wir verfahren so, dass wir zu unterschiedlichen Zeiten säen, so dass wir nicht alles auf einmal, sondern über längere Zeit ernten können. Deshalb findest du bei uns auch nicht Massen an Gemüse, sondern kontinuierlich gesätes und geerntetes Gemüse.
Wir haben diesen Monat mit Larven zu kämpfen gehabt, die unseren toll gewachsenen Salat und Spinat kaputt gefressen haben. Was ansonsten noch im April in unserem Garten losgewesen ist, erfährst du jetzt.

Gemüse des Monats

Vorzucht

Wir haben wir angefangen Grünkohl vorzuziehen, damit er Ende Mai ins Beet gesät werden kann.
Für das spätere Snacken haben wir noch Mini-Snack-Gurken gekauft und ziehen diese ebenfalls vor.
Zudem merken wir in diesem Monat, dass wir doch viel Platz als gedacht haben, diesen günstig nutzen und entsprechend mehr anpflanzen können. Deshalb kam außerplanmäßig noch Wassermelone hinzu.

Alle drei Pflanzen wachsen super:

Direktsaat

Direkt ins Beet kamen in diesem Monat Zitronenmelisse und Rote Beete sowie weitere Möhren, Zwiebeln und Kohlrabi als Nachsaat. Außerdem haben wir Radieschen und Spinat nochmal zwischen die Möhren-Reihen gesät.

Die Zitronenmelisse ist leider noch nicht gekommen, daher gibt es nur von den anderen genannten Pflanzen Fotos:

Und es wächst…

Wie wir es uns gedacht haben, war die Vorzucht der Tomaten im Februar zu früh (auch wenn es auf der Packung stand), so dass wir die Tomaten jetzt umgetopft und im Wohnzimmer stehen haben. 🙂 Komplett nach draußen dürfen sie erst nach den Eisheiligen. Wir gewöhnen sie langsam an das Leben draußen, damit sie widerstandsfähig werden. Das bedeutet, wir tragen sie morgens raus und abends rein. Zwischendurch haben wir sie die ersten zwei Wochen auch noch vom sonnigen in den schattigen Platz und dann wieder in die Abendsonne und anschließend ins Haus gestellt. Sport braucht man dabei nicht mehr. 😉

Hier seht ihr unsere komplette Tomatenanzucht im Wohnzimmer sowie die gut wachsenden Busch- und Cherrytomaten, Tumbling Tom Red und Red Currant.

Die schwarzen Töpfe sind übrigens Stofftöpfe von maxpots.eu (keine Kooperation! Selbstgekauft!). Die lassen sich super gut transportieren.

Auch Gurke und Paprika härten wir ab, in dem wir sie nach draußen stellen und die Sonnenstunden langsam steigern. Nach den Eisheiligen wird die Gurke ins Beet gepflanzt, die Paprika werden dauerhaft draußen bleiben.

Auch Kohlrabi und Salat wachsen und wachsen. 🙂 Rucola und Radieschen haben wir schon fleißig geerntet, ebenso wie Spinat. Du siehst auf den Fotos, dass wir Salate in verschiedenen Größen haben. Wie schon öfters geschrieben, säen wir immer nach und nicht zu viel auf einmal.

An dieser Stelle möchte wir euch zwei bzw. drei Rezepte empfehlen, die super mit Rucola und alternativ Spinat schmecken: Kartoffel-Rucola-Rösti mit Quarkdip und glutenfreie Gnocci mit Tomaten-Creme-Sauce und Rucola. Anstatt Gnocci kann man auch wunderbar Nudeln nehmen. Nudeln, Gnocci und Rösti mit Spinat und Rucola standen in diesem Monat mehrmals auf dem Speiseplan. ❤

Im letzten Monat musste ich noch sagen, dass die Möhren und Zwiebeln zwar wachsen, ein Foto aber eher ein Suchbild wäre. Jetzt ist das aber anders: 🙂 Auf dem Möhrenfoto siehst du, dass die in diesem Monat dazwischen gesäten Radieschen und der Spinat auch langsam kommen.

Unsere Kräuterecke: Petersilie müssen wir noch nachkaufen, die Saat ist leider bislang nicht aufgegangen. Der Schnittlauch ist vom letzten Jahr, ebenso wie die anderen Kräuter auch. Beim Schnittlauch werden wir auch noch nachkaufen. In dem linken Topf ist die Zitronenmelisse gesät.

Kraeuterecke_Garten_April_Kleingaertnern

Ein kleiner Teil der Erdbeeren – darum kümmert sich unsere Jüngste.

Erdbeeren_Garten_April_Kleingaertnern

Auch unsere Blumen wachsen gut. Du siehst Ringelblumen, Kapuzinerkresse, Tagetes, Sommerblumen:

Ernte

Ernten konnten wir in diesem Monat Spinat, Radieschen und Rucola. Leider fiel diese durch die Schädlinge Tipula-Larven (mehr dazu weiter unten im Beitrag) etwas geringer aus. 😦

Erkenntnisse

Im letzten Monat sind uns ja Pflanzen draussen kaputt gegangen. Wir glauben jetzt zu wissen, woran es gelegen hat: Wir hätten sie vorher abhärten müssen. Jungpflanzen sind sehr empfindlich, sie kennen weder Regen, noch direkte Sonne (außer am Fenster), noch Wind. Daran müssen sie erst gewöhnt werden, in dem man sie immer mal nach draußen stellt. Am Anfang für eine Stunde, dann für zwei …. Selbstverständlich nicht direkt in die pralle Sonne…. und dann immer länger und erst nach etwa einer Woche umsetzen.

Bei uns haben sich Schildwanzen breit gemacht. Diese konnten wir gut mit einem Sud aus Essig, Spülmittel und Wasser bekämpfen. Das hilft übrigens auch gut gegen Blattläuse.

Gegen Ameisen helfen Zimt oder stark riechende Kräuter wie Thymian oder Lavendel, weil sie den Geruch nicht mögen und sich dann fernhalten.

Für Spinat und Radieschen haben wir jeweils eigene Beete eingeplant. Wir hatten noch keine Vorstellung davon, wie groß sie werden. Jetzt aber wissen wir: Sowohl Spinat als auch Radieschen brauchen kein eigenes Beet, sondern können wunderbar zwischen die einzelnen Pflanzen gesetzt werden, ebenso Rucola.

Was wir im nächsten Jahr auf jeden Fall mehr in der Aussaat einplanen müssen, sind Spinat und Rucola. Davon haben wir zu wenig gesät. Aber das werden wir nach und nach nachholen, wenn Beetplätze frei werden.

Fails – Schädlinge

Tipula-Larven haben sich an unserem Spinat, Salaten, Kohlrabi und teilweise am Rucola zu schaffen gemacht. Insbesondere den Rucola und Spinat hätten wir jetzt schön ernten können, die sind so toll gewachsen und jetzt zum Großteil hinüber! 😦
So sieht der Feind aus:

Wir konnten nicht viel machen, außer jeden Abend die Larven händisch aus den Beeten zu fischen und zu entfernen. Dazu hakten wir die Beete etwas durch, so dass die Tierchen zum Vorschein kommen, denn die Larven liegen leicht unter der Erdoberfläche. Ansonsten kommen bei Dunkelheit und starker Feuchtigkeit zum Vorschein. Wir haben etwas Vlies um die Pflanzen am Erdboden gelegt und ein Glas drübergestülpt. Das Vorgehen hat gut geklappt: Unsere Blätter wurden nicht mehr angefressen. 🙂

Aus den Larven werden Schnaken. Die geschlüpften Schnaken legen viele, viele Eier in die Erde, so dass das Problem im nächsten Jahr wieder auftreten würde. Da wir aber sowieso Gemüseschutznetze aufgestellt haben (s.u), sollten wir das Problem dann behoben haben, weil sie gar nicht erst an die Erde rankommen.

Wie wir uns die Larven in den Garten geholt haben, wissen wir nicht. Eigentlich leben sie ja unter der Rasenoberfläche und nicht in Gemüsebeeten. Da wir die Gemüsebeete aber erst in diesem Jahr mit Erde gefüllt haben, vermuten wir, dass wir sie uns mit der Erde in den Garten geholt haben. Egal, wir müssen jetzt das Beste draus machen. Und sobald sie geschlüpft sind, hat sich das Problem sowieso behoben. Im April und Mai soll die schwierige Zeit sein, ab Juni soll es besser werden.

Wir haben es in den letzten zwei Monaten mehrfach geahnt, aber jetzt ist es offiziell: Die Rotkohlzucht können wir endgültig begraben.

Und sonst so?

Während wir im letzten Monat unseren Vorgarten etwas auf Vordermann gebracht haben, haben wir in diesem Monat eine Wäscheleine für den Garten gebaut. Willst du wissen, wie man auch in einen kleinen Garten eine Wäscheleine bauen kann und wie das geht? Dann schau dir diesen Beitrag DIY Wäscheleine selbst bauen – auch für kleinere Gärten an, da haben wir alles ausführlich erklärt.

Für unsere Tomaten Tumbling Tom Red und Red Currant (Johannisbeertomate) haben wir ein Gerüst gebaut, so dass wir die Tomaten als Ampel aufhängen können. Die Tumbling Tom Red wachsen nach unten,  die Red Currant überhängend nach unten. Dadurch nutzen wir die ganze Fläche sinnvoll und haben gleichzeitig noch einen Sichtschutz. Gärtnern auf kleinem Raum ist gut möglich, wie du siehst. Solange aber noch keine Tomaten dranhängen, haben wir eine Petunie aufgehangen.

Geruest_Tomatenampel

Ansonsten haben wir Anfang April aus vorhandenem Material einen kurzfristigen Schutz für unsere Beete gebaut, da unsere Katzen unsere kleinen Pflänzchen kaputt gemacht haben. Irgendwie finden die das total schön, sich darauf zu legen. 😦

Schutz_Beete_Katzen

Die Beetabdeckungen wurden im Verlauf des Monats jedoch schon wieder zu Kulturschutznetzen mit Halterung umgebaut. Wir haben vorhandenes Material genutzt, nur die Kulturschutznetze von dm (keine Kooperation, alles selbst gekauft) sind gekauft. Wir haben uns für 0,8 x 0,8 mm enge Maschen entschieden, damit möglichst viele Schädlinge ferngehalten werden. Die Kulturschutznetze, auch Gemüseschutznetze genannt, sind stark wasser- und lichtdurchlässig, uv-beständig und sehr robust. Sie sollen etwa 5 bis 8 Jahre halten. Hergestellt sind die Netze aus umweltfreundlichen Hochdruck Polyethylen, dass sich im Recyclingverfahren aufarbeiten lässt und somit keine Umweltbelastung bei der Verbrennung entsteht.

Wir haben an den Ecken alte Äste und Stöcker festgesteckt und diese mit einem alten Glas abgedeckt, damit das Netz durch Holzsplitter nicht kaputt geht. Das Netz selbst ist an einem Rahmen aus altem Holz befestigt. So können wir das Netz einfach auf das Beet legen und leicht entfernen.

Weitere Impressionen aus dem Garten

Unsere Phlox blühen in bunten Farben, dem Trompetenbaum kommen die ersten Blätter, Hibiskus und Clematis werden ebenfalls langsam grün.

Das war es für diesen Monat wieder. Wir freuen uns auf Mai!

Liebe Grüße,
Jani & Freddy

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